Elf Meter lang soll sie werden, die Stadt aus Lego-Steinen. 50 Kinder sind dafür drei Tage lang in der Gagarin-Schule fleißig am Konstruieren und Bauen. Der Kids-Club hat die ersten Stendaler Lego-Tage ins Leben gerufen.

Stendal. Noch liegt die Legowelt in ihren Einzelteilen in Kisten : blaue, rote, gelbe Plastikquader, Fenster, Türen, Treppen und Brücken, Pferde, Motorräder, Reifen, Bäume und Büsche. Aber auf der elf Meter langen Platte im Obergeschoss der Gagarin-Grundschule ist der Grundriss der Stadt schon erkennbar. Nach drei Tagen sollen hier entlang der Straßen Krankenhaus, Hafen, Stadttor, Skaterbahn, Kirche und Kaufhaus stehen.

Ein paar Dutzend Kinder wuseln hin und her, füllen an den Vorratskisten Legosteine in Margarinebecher, rennen zurück zu ihrer Baustelle und konstruieren weiter.

Es sind die ersten Stendaler Lego-Tage, initiiert von Kids-Club-Praktikant Samuel Kloft, und er scheint damit richtig gut angekommen zu sein. Der 29-Jährige ist mit der Lego-Stadt, die von einem christlichen Verein in Köln vermietet wird, im Rahmen seiner Ausbildung zum Gemeindereferenten schon in mehreren Städten gewesen. " Es ist faszinierend, die Stadt sieht jedesmal anders aus ", sagt Kloft.

Fast 100 000 Lego-Steine sollen bis Mittwoch in der Stendaler Gagarin-Schule von den neun- bis zwölfjährigen Kindern verbaut werden und zeigen, dass aus einem unscheinbaren Spielutensil Großes werden kann. Zum Beispiel ein Hochhaus mit Y-förmigem Grundriss, an dem sich gerade Werner und Kevin zu schaffen machen. Hochkonzentriert stecken sie die Teile ineinander, schauen ihrem Haus beim Wachsen zu.

Seit 1949 sind die Lego-Steine ( aus dem Dänischen " leg godt " = spiel gut ) in den Kinderzimmern der Welt zu finden. Und auch vor den Erwachsenen macht die Faszination der Bausteine nicht Halt. Samuel Kloft ist selbst mit ihnen groß geworden. " Mein Vater hatte Unmengen an Legosteinen ", erzählt er. " Und zu Weihnachten wurden immer zwei Tischtennisplatten aufgestellt, auf denen wir dann unsere Legowelt aufgebaut haben. " Und wenn Erwachsene erstmal loslegen, seien sie von den Legosteinen nicht mehr wegzukriegen. " Da werden dann kleinste Details eingebaut, das denkt man gar nicht. "

" Vielleicht bauen wir ja einen Stadtsee-Elfer "

Aber jetzt sind die Kinder an der Reihe ; die Erwachsenen aus Hort, Kidsclub und dem Tangermünder DRK-Kinderheim geben höchstens Anleitung und Hilfestellung. Wie zum Beispiel ein Traumhaus aussehen könnte, wurde den Kindern mit einigen Bildern von vorherigen Lego-Tagen gezeigt. Aber Carl und Timo haben da ihre ganz eigenen Ideen : Viele Stockwerke, viele Fenster und einen Baskettballplatz soll ihr Haus haben. Die beiden Zehn- und Elfjährigen kennen sich aus mit Lego, spielen zu Hause mit den ausgefeilten Varianten Technik-Lego und Star-Wars-Lego.

Und noch etwas wird die Stendaler Lego-Stadt am Ende von anderen bisher gebauten unterscheiden. " Da wir schonmal in Stadtsee sind, könnten wir ja vielleicht auch einen Elfer bauen ", überlegt Samuel Kloft. Ob diese Idee umgesetzt wurde, kann man sich am Donnerstag ab 14 Uhr in der Gagarin-Schule an der Stadtseeallee anschauen. Dann wird die Stendaler Lego-Stadt mit Bandschnitt eröffnet.