Der Klietzer Feuerwehr gelang es gestern Nachmittag unter großem Kraftaufwand, zwei ins Eis eingebrochene Pferde wohlbehalten an Land zu bringen. Eine ungewöhnliche Rettungsaktion mit Hilfe der Feuerwehr des Truppenübungsplatzes, die den Haflingerstuten " Lilly " und " Sarah " das Leben rettete.

Klietz. Einem Kraftfahrer, unterwegs auf der B 107, waren kurz nach 12 Uhr die beiden Tiere im Kleinen Klietzer See aufgefallen. Er verständigte Feuerwehrmann Uwe Brendel. Zusammen fuhren sie ans Ufer des am Ortsrand gelegenen Sees. Inmitten des nur teilweise zugefrorenen Gewässers mit einer Eisdecke von bis zu 15 Zentimetern waren die Haflinger eingebrochen. Auf der angrenzenden Wiese standen weitere Pferde, die allesamt Markus Hinz gehören.

Mit Schlauchboot und Axt auf das Eis

Von allein konnten sich die inzwischen schon geschwächten Pferde, die nur noch mit dem Kopf aus dem Wasser reckten, nicht aus ihrer lebensbedrohlichen Lage befreien. Uwe Brendel alarmierte die Leitstelle und bat auch die Kameraden der Berufsfeuerwehr der Truppenübungsplatzkommandantur um Hilfe. Denn die besitzt ein geeignetes Schlauchboot. Kamerad Thomas Vietzke begab sich als Erster im Boot aufs Eis und versuchte, den Pferden mit der Axt einen Weg durch das Eis freizuschlagen. Das erwies sich bei 15 Zentimetern gefrorenem Wasser als sehr schwierig und kräfteraubend. Auch den Pferden schwanden die Kräfte. Sie gingen immer mal wieder mit dem Kopf unter Wasser. Berufsfeuerwehrmann Volkmar Böhm löste Thomas Vietzke ab, auch der herbeigeeilte Markus Hinz stieg mit ins Boot, um das letzte Stück bis zur Wasserfläche aufzubrechen. Schließlich gelang es ihnen. Die acht Jahre alte Stute " Lilly " schwamm als Erste durch den einen Meter breiten eisfreien Streifen. Der zwei Jahre alten " Sarah " legten die Helfer ein Halfter um und zogen sie vom Boot aus ans Ufer. Hier waren noch einmal vereinte Kräfte aller Kameraden nötig, um die geschwächten und vor Kälte zitternden Tiere aus dem Wasser zu ziehen. Eine Stunde nach Beginn der Rettungsaktion hatten sie wieder festen Boden unter den Hufen.

" Ich kann den Feuerwehrleuten nicht genug danken ", erklärte Markus Hinz erleichtert, als er den Pferden eine Decke über den Rücken warf. Im warmen Stall sollten sie sich von den Strapazen erholen. Die Kameraden, die direkt auf dem Eis im Einsatz waren, kehrten erschöpft und teilweise nass, aber sehr zufrieden, ins Gerätehaus zurück.