Die Bruchstraße sollte in diesem Jahr eigentlich gründlich ausgebaut werden. Doch nun wurde festgestellt, dass der darunter verlaufende Regenwasserkanal erheblich geschädigt ist und saniert werden muss. Die für den Straßenbau geplanten Fördermittel fließen nun erst einmal in die Kanalreparatur.

Stendal. Unter der Bruchstraße strömt munter allerhand Gewässer. Hier verlief einst ein offener Uchtearm, der 1887 verrohrt wurde. Dieser alte Kanal nimmt auch das Regenwasser von den öffentlichen Verkehrsflächen und den angeschlossenen Grundstücken in der nördlichen Altstadt auf und führt es in die Uchte.

Einbrüche sind am

Pflaster ablesbar

Als der alte Kanal im vergangenen Jahr entschlammt und bei dieser Gelegenheit inspiziert wurde, offenbarte er seinen wahren Zustand. Er ist erheblich geschädigt, weist an vielen Stellen Risse auf, ist teilweise verformt und es fehlen bereits Teile der Wandungen. Einige der Einbrüche lassen sich bereits am Straßenpflaster ablesen – die Bruchstraße wird ihrem Namen auf allerdings unerwünschte Weise gerecht.

Der Regenwasserhauptsammler unter der Bruchstraße muss dringend erneuert werden, und zwar auf seiner gesamten Länge von 270 Metern von der Breiten Straße bis zum Ostwall. Und das wird teuer. Das Tiefbauamt schätzt die Kosten einschließlich Planungsleistungen auf 865 000 Euro. Und es muss vor dem geplanten Ausbau der Bruchstraße passieren. Also müssen Gelder umgeschichtet werden.

Die Stadtverwaltung legte jetzt dem Ausschuss für Stadtentwicklung einen Plan vor, den dieser einstimmig befürwortete. Demnach sollen bereits bewilligte Fördermittel aus dem Programm " Aktive Stadt- und Ortsteilzentren – Altstadt ", Programmjahr 2008, die ursprünglich zum größten Teil für den Ausbau der Bruchstraße eingesetzt werden sollten, nunmehr in die Kanalsanierung fließen. Den anschließenden eigentlichen Straßenbau will die Stadt dann mit ebenfalls bewilligten Förderungen des Programmjahrs 2009 finanzieren.

Uchte bleibt unter

der Straße versteckt

Doch das reicht weder beim Kanal noch beim Straßenbau für die gesamte Länge der Bruchstraße. Also wird Schritt für Schritt vorgegangen. Laut Vorlage sollen in diesem Jahr 220 000 Euro für die Kanalsanierung von der Breiten Straße bis zum Haus der Vereine verwendet werden. Im nächsten Jahr steht dann der Abschnitt von der Neustraße bis zum Ostwall an, Kostenpunkt : 258 000 Euro. Noch offen ist der Lückenschluss zwischen Haus der Vereine und Neustraße. Das Geld dafür soll aus dem Förderprogramm des Jahres 2010 kommen und muss beim Landesverwaltungsamt noch beantragt werden.

Die Bruchstraße bleibt also noch für längere Zeit ein Thema der Stadtpolitik. Endgültig vom Tisch sind mit diesen Plänen Überlegungen, die verrohrte Uchte im Zuge der Neugestaltungwiederoffenzulegen. Ernsthafte Absichten gab es in dieser Beziehung allerdings nicht.