Das Jahr 2009 zu übertreffen, wird schwierig. Doch auch mit weniger Konzerten will es Domkantor Johannes Schymalla wieder schaffen, das Publikum davon zu überzeugen, dass Kirche auch kulturelle Bereicherung bedeutet.

Stendal. " 2009 war für mich bisher das schönste Jahr hier in Stendal. " Domkantor Johannes Schymalla, seit Juli 2006 auf diesem Posten, bekommt glänzende Augen, wenn er an das Konzertkonglomerat des vergangenen Jahres denkt. " Es war ein Riesenangebot, wir hatten mehr als 30 Konzerte, hatten einen tollen Orgelsommer und natürlich die Festwoche zum 60-jährigen Bestehen der Domkantorei. "

Besonders großes Echo fand das Konzert " Sangesfreu ( n ) de ", bei dem über 500 Menschen hören und sehen wollten, wie alle Chöre Stendals gemeinsam musizieren. " Die Leute waren so begeistert und wünschen sich, dass das Tradition werden sollte ", sagt Schymalla. Und tatsächlich überlegt der Domkantor, dieses gemeinschaftliche Singen in Zukunft öfter stattfinden zu lassen. " Aber nicht jedes Jahr, es soll ja schon noch etwas Besonderes bleiben. "

Besonders ist in diesem Jahr auch, dass der Domchor mit einem reinen A-cappella-Konzert auftreten wird. " Das kommt selten vor, aber am 21. März dieses Jahres ist so eine seltene Gelegenheit ", sagt Schymalla. Alte Musik und Musik des 20. Jahrhunderts werden im Dom zu hören sein.

Noch ein Novum : Für das Kammerkonzert am 18. April wird das Publikum diesmal nicht in den Cordatussaal gebeten, sondern ins Musikforum – Grund sind die Bauarbeiten im Dom, die sich nach der Vollendung des Kapitelsaals nun fortsetzen.

Für das Kinder-Musical Anfang Mai wirbt der Domkantor ganz speziell. Nicht nur, dass hier erstmals die Tanzgruppe eines Ballettstudios dabei sein wird, sondern es ist auch Gelegenheit für neue junge Sänger, sich mit der Kantorei vertraut zu machen. " Für den Kinderchor und die Kurrende nehmen wir immer noch gern neue Sänger auf ", sagt Schymalla. Kinder zwischen 5 und 14 Jahren mit Spaß am Singen sind angesprochen.

Wer die Domkantorei übrigens unterstützen möchte, kann in den seit Oktober bestehenden Förderverein eintreten. " Damit wird nicht nur die Arbeit der Chöre unterstützt, sondern auch dafür gesorgt, dass wir die Preise so niedrig halten können ", sagt Johannes Schymalla.

Die große Zahl der Kammerkonzerte, die dem Domkantor selbst so viel Spaß machen, weil er sich da am Klavier beweisen kann, wird es dieses Jahr allerdings nicht geben. Denn des Domkantors Aufmerksamkeit wird demnächst statt auf die Chöre auf eine akustische Quelle ganz anderer Art gelenkt : In wenigen Tagen kommt das erste Kind von Maike und Johannes Schymalla zur Welt. " Wir werden uns die Elternzeit teilen, daher bin ich ab Oktober für ein halbes Jahr nicht mehr als Domkantor im Einsatz. " Auf dass der Kinderchor in etwa fünf Jahren mit gewohnt Schymalla ‘ scher Musikalität bereichert werde.