Stendal ( ro ). Der Tod ein Tabuthema für Kinder ? Keineswegs. Beim Familiensonntag im Winckelmann-Museum verfolgten gestern rund 30 Jungen und Mädchen hellwach und voller Interesse die Geschichten von Museumspädagogin Gudrun Walinda über den Totenkult im alten Ägypten. Sie hörten mit leichtem Schaudern, wie den Toten mit einem Haken das Gehirn durch die Nase herausgezogen wurde, wie sie eingeölt, mit Natronsalz bestreut und 72 Tage lang mumifiziert wurden. Manch einer wusste schon, dass die Mumien der Reichen, etwa der Pharaonen, mit Goldmasken versehen wurden, während die weniger Wohlhabenden Masken aus Holz oder Pappe bekamen.

" Fremde Länder, fremde Bräuche " war das Thema des gestrigen Familiensonntags, der mit der gegenwärtigen Orient-Ausstellung " Begegnung mit dem Fremden " korrespondierte. Nach einem kleinen Rundgang durch die Schau und dem kurzweiligen Vortrag von Gudrun Walinda formten die Kinder aus Ton ägyptische Figuren, wie sie einst den Gräbern beigegeben wurden, oder bastelten einen Fächer mit orientalischen Motiven. Nächster Familiensonntag ist am 7. März, Thema : 1000 und eine Nacht.