Innenminister Holger Hövelmann ( SPD ) übergab gestern den beiden altmärkischen Kreisverbänden des Deutschen Roten Kreuzes in Stendal jeweils einen nagelneuen Notfallkrankenwagen für den Katastrophenschutz. 16 dieser sogenannten KTW Typ B werden landesweit verteilt, davon sind jetzt vier in der Altmark einsatzbereit.

Stendal. Jeweils 80 000 Euro sind die beiden hochmodernen Notfallkrankenwagen wert, die Hövelmann gestern in der Fahrzeughalle des DRK-Kreisverbandes Östliche Altmark am Langen Weg ablieferte. Das heißt : In Wahrheit hatte der Minister die Fahrzeuge nicht im Schlepptau ; sie sind schon vor ein paar Tagen angeliefert worden. Die Vertreter des DRK-Kreisverbandes Salzwedel waren sogar mit dem neuen Wagen aus der Westaltmark nach Stendal gekommen – des Ministers und des Pressefotos wegen. So konnten Kreisverbandsvorsitzende Angela Reinecke-Fienhold und ihr Stellvertreter Ingo Winkler Hövelmann wenigstens bestätigen : " Er fährt gut. "

Vom hohen technischen Standard der neuen Notfallkrankenwagen können sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter der DRK-Sanitätszüge in Stendal und Salzwedel schon seit einigen Monaten überzeugen. Denn bereits im Mai vergangenen Jahres erhielten beide eine erste Lieferung gleichen Typs. " Wir sind sehr zufrieden mit den Fahrzeugen. Dass sie auf dem neuesten technischen Standard sind, ist auch ein Motivationsschub für unsere Ehrenamtlichen ", sagte Angela Reinecke-Fienhold gestern der Volksstimme.

Auch Innenminister Hövelmann, der die neuen Fahrzeuge als " Herausforderung für die beiden DRK-Kreisverbände " bezeichnete, dankte den ehrenamtlichen Mitarbeitern, deren Arbeit damit nicht zuletzt gewürdigt werden soll. Hövelmann : " Wir brauchen solche Frauen und Männer. "

Im Sanitätsdienst des Stendaler Kreisverbandes sind nach Aussagen von Kreisbereitschaftsführer Friedhelm Cario 87 Ehrenamtliche tätig. Sie verfügen über 16 Fahrzeuge, einen Lkw und eine Feldküche für die Versorgung sowie weitere vier Fahrzeuge und drei Boote im Wasserrettungszug.

Die neuen Notfallkrankenwagen tragen zum Aufbau einer Spezialeinheit für den Katastrophenschutz bei einem Massenanfall von Verletzten im Norden von Sachsen-Anhalt bei. Drei solcher sogenannten Medical Task Forces ( MTF ) für den Ernstfall soll es nach den Worten von Innenminister Hövelmann landesweit geben.

Die vom Bund ausgehende Neuausrichtung des Katastrophenschutzes sei nicht unbedingt auf Jubel in den Ländern gestoßen, ließ Hövelmann gestern durchblicken. Nachdem der Bundesrechnungshof festgestellt habe, der Bund tue mehr, als er müsse, ziehe er sich Schritt für Schritt zurück. So hätten sich die Länder verpflichtet, mehr und mehr Verantwortung, auch finanzieller Art, zu übernehmen.

Die Ausstattung der MTF mit neuen Fahrzeugen wird jedoch noch aus einem Programm des Bundes finanziert. In den Notfallkrankenwagen können jeweils zwei Liegende versorgt und transportiert werden. Eine hydropneumatische Federung stellt sich automatisch auf das Gewicht der Patienten ein.