Stendal. Annähernd 2400 Stunden waren die Borsteler Feuerwehrleute im vergangenen Jahr im Einsatz, sei es an Ausbildungsabenden und -wochenenden, um Veranstaltungen abzusichern, an Wettkämpfen teilzunehmen, Gebäude, Technik oder Grünflächen zu pflegen. Dazu kamen noch einmal 123, 5 Stunden, die sie nach Alarmierungen bei zwei Bränden und sechs Unfällen im Einsatz waren.

Nur ein Teil der Vorjahresbilanz, die Wehrleiter Karsten Ebel am Sonnabend vor versammelter Manschaft in der alten Borsteler Schule – heute Gemeinderaum – zog. Die nächste Jahreshauptversammlung, so hofft der engagierte Wehrleiter, soll im ausgebauten Feuerwehrgerätehaus stattfinden. Versprochen ist der Erweiterungsbau den Borstelern. Karsten Ebel ist optimistisch, dass die Stadt Stendal auch zu diesem Versprechen stehen wird. Viel Positives hatte der Wehrleiter an diesem Abend zu berichten, vielen für ihr Engagement in den Reihen der Wehr oder die Unterstützung derselben zu danken. Aber in Karsten Ebels Bericht war auch Platz für kritische Anmerkungen. Zum Beispiel solche zur nicht bei jedem Kameraden genügend ausgeprägten Bereitschaft, die geforderten 40 Mindestausbildungsstunden im Jahr zu leisten. " Daran müssen wir noch arbeiten ", beließ es der Wehrleiter bei dem durchaus ernst gemeinten Appell. Ein wenig an der Ehre der Borsteler Wehr und damit an der ihres Leiters kratzt auch die Tatsache, dass sie 2009 im Feuerwehr-Kampfsport nicht immer unter den erstplatzierten Mannschaften zu finden war. " Wir wissen alle, woran das gelegen hat. Das machen wir in diesem Jahr besser. "

Nur zwei Beispiel dafür, wie ernst die Borsteler Wehr ihre Sache nimmt. Grund genug für den in seinem Ehrenamt noch jungen Ortsbürgermeister Norbert Lindstedt zu versprechen, die Feuerwehr in diesem Jahr mehr zum Thema seiner Arbeit zu machen.

Trotz der Probleme, die die Borsteler Wehr zum Beispiel bei der Gewinnung von Mitgliedern und von Nachwuchs für die Jugendwehr hat – Mitstreiter sind jederzeit willkommen – könne der Bürgermeister auf seine Wehr stolz sein, sagte Kreisbrandmeister Dieter Bolle. " Ich jedenfalls bin es ", versicherte Bolle. Stolz sein darf auch die Borsteler Wehr auf ihre Leistungen und vor allem auf die Mitglieder, die sich in jeder Hinsicht vornan stellen. Sie zu ehren, mit Präsenten zu bedenken oder nach erfolgreicher Ausbildung zu befördern, gehört zu den Traditionen während der Jahreshauptversammlung der Borsteller Feuerwehr ( Bericht folgt ). Geehrt und mit viel Beifall bedacht wurden am Sonnabend auch zwei Männer, die das Gesicht der Borsteler Wehr und darüber hinaus des Kreisfeuerwehrverbands über Jahrzehnte mitprägten : Manfred Wendt und Heinz Immenroth. Sie wurden für 60 Jahre Feuerwehrmitgliedschaft ausgezeichnet.