Welche Parallelen können zwischen Goethes Faust und der aktuellen Diskussion um Bildung gezogen werden ? Wie aktuell ist das 200 Jahre alte Stück heute noch ? Diese und andere Fragen waren Thema der Podiumsdiskussion, die den Theaterstudententag am TdA abschloss. Leider nutzten nur wenige Hochschulbesucher die Möglichkeit, kulturelle Luft im Theater zu schnuppern.

Stendal. Es waren nur wenige Studenten, die den Studententheatertag am TdA nutzten, um sich die hiesige Inszenierung von Goethes Faust erster Teil anzusehen. Noch weniger nahmen an der daran anschließenden Podiumsdiskussion im Theatercafé teil.

" Man findet

im Faust immer

Antworten "

" Die Beteiligung war ziemlich mau ", sagt Babett Jungblut vom Studentenverein " Stuve ", der dem Fachschaftsrat der Hochschule Magdeburg-Stendal und dem TdA bei der Organisation des Aktionstages geholfen hat. In Zukunft müsse man sich fragen, wie die Öffentlichkeitsarbeit für einen solchen Tag verbessert werden kann, welche neuen Wege gegangen werden können. Denn : Alle an der Organisation Beteiligten spürten eine gewisse Ohnmacht, als die Frage stand : Wie können wir die Studenten besser erreichen ? Eine Möglichkeit könnte sein, dass der Berg zum Propheten kommt oder besser gesagt, das TdA in die Uni.

Doch unter den zwar wenigen, dafür aber sehr interessierten Besuchern der Podiumsdiskussion entwickelte sich eine rege Debatte. Dirk und Sascha Löschner vom TdA diskutierten mit Albrecht Franke, Deutschlehrer am Winckelmann-Gymnasium,

und Dr. Rolf Horak von der Fachhochschule über das Gesehene und das, was Faust als Antworten für die heutige Zeit bereithält. Franke meint : " Das tolle an Goethe ist, dass man im Faust immer Antworten findet. " Man müsse sie nur abklopfen. Zu Zeiten der DDR hätte Faust beispielsweise in der damaligen Ideologie als Vorreiter der Menschenbefreiung fungiert. Schnell entwickelte sich die Debatte auf die Frage hin : " Was macht das Wissen mit einem Menschen ?" Mephisto helfe Faust mehr über Gott zu wissen, doch dieses Wissen, sagt Franke, tötet den Glauben. Horak ergänzt : " In unserer Zeit ersetzen wir eine Religion durch eine andere. Ist früher Gott wahr gewesen, ist es heute die Statistik. "

Es war mitunter ein sehr abstraktes Gespräch, dem nicht immer leicht zu folgen war. Dennoch ließ sich insbesondere in Sachen Hochschulpolitik eine gemeinsame Feststellung aller Beteiligten finden : Nicht alles muss immer neu erfunden werden. Auch in Sachen Bildung sollten sich altes und neues Wissen ergänzen.

Doch auch wenn die Beteiligung der Studenten zu wünschen übrig ließ, es gibt auch Positives zu berichten : Beispielsweise nutzten einige Schüler aus Tangermünde die Möglichkeit, die Inszenierung zu sehen und gingen mit viel Lob aus der Vorstellung. " Wir sind hier, weil wir den Stoff gerade im Deutschunterricht behandeln. Es war gut gemacht ", fasst Aileen Brandt ihre Eindrücke zusammen.