Böller, Raketen und Wunderkerzen haben ihren Dienst getan, die Silvesterfeiernden sind noch am Feiern oder längst im Bett – Zeit für die Mannschaft vom Bauhof und einer Privatfirma, in Stendals Innenstadt auszuschwärmen und aufzuräumen.

Stendal. Seinem Spitznamen " Roter Platz " wird der Stendaler Markt in diesem Jahr nicht gerecht. War er zu den Jahreswechseln zuvor stets von rotem Böllerstaub bedeckt, nimmt er sich am Neujahrsmorgen 2010 geradezu sauber aus. " Das sieht hier heute alles relativ harmlos aus ", staunt auch Klaus Radtke, Leiter des Bauhofs, der mit seinem Team noch vor dem Morgengrauen anrückt, um die Überbleibsel von Silvester einzusammeln.

Die letzten Feiernden lassen sich kurz vor 7 Uhr ein Taxi zum Markt kommen, da stehen die Ersten des Säuberungstrupps schon in den Startlöchern. Ausgerüstet mit großen blauen Müllsäcken und Greifern schwärmen sie aus, sammeln in kürzester Zeit ein, was übrig blieb von Raketen, Böllern und Co. Bierkastengroße Böllerbatterien, Sektflaschen und rotes Knallerpapier verteilen sich auf dem Markt und in den Seitenstraßen. " Viel weniger als in den Jahren zuvor ", sind sich die Mitarbeiter einig. Auch Werner Teichert, der seit 6. 30 Uhr für eine private Reinigungsfirma in der Innenstadt unterwegs ist, hätte " mehr erwartet ". Aber weniger Arbeit sei das trotzdem nicht : " Im Anschluss machen wir gleich noch Winterdienst. Und da kommt dann noch einmal Knallerkram zutage. "

Markt, Schadewachten, Fußgängerzone und einige Altstadtstraßen sind an diesem Neujahrsmorgen Ziel der Reinigungsmannschaften. " Wir sorgen für Ordnung im Altstadtkern, aber die Anwohner haben ja auch eine Reinigungspflicht ", sagt Klaus Radtke. Etwa zwei bis drei Stunden werden sie brauchen – dann ist von Silvester keine Spur mehr.