Stendal. Siegfried Wille kennt das Gefühl nur vom Hören-Sagen. " Ich war nie Sportler des Jahres ", sagte er, der der Chef des Kreissportbunds ist und jene Ehrung präsentiert, die junge wie gestandene Sportler und ihre Leistungen aus dem Jahr 2009 besonders herausheben soll.

Wie könnte Wille es auch je geworden sein – Sportler des Jahres ? Zu seiner aktiven Zeit als er im Handball wie in der Leichtathletik um Bestleistungen rang, gab es die DDR noch. Und höchste Weihen konnten die Sportler da bei Kinder- und Jugendspartakiaden, Kreisund Bezirksmeisterschaften erringen. Sporlter des Jahres auf Kreisebene hatten sie damals nicht. Dennoch, Wille strahlt an diesem Freitag der Ehrungen in Stendal große Zufriedenheit wie Zuversicht aus. " Es ist schön, dass so viele doch gekommen sind. Wenn man bedenkt, wie das Wetter da draußen ist, dann war das so nicht zu erwarten. "

Gekommen waren neben den vielen Nominierten und Geehrten auch jene, die den Kreis repräsentieren, ohne die auch die eine oder andere sportliche Höchstleistung so nicht möglich gewesen wäre, weil schlicht das Geld fehlt.

Dass dies nicht fehlte, ist ein Verdient der Kreissparkasse Stendal. Vorstandsvorsitzender Dieter Burmeister, einst selbst begeisterter Mittelstreckler auf dem flachen Land, versprach dann auch den Aktiven weitere Unterstützung ; trotz Krisengerede und Kreditklemmen. " Wir haben nicht unerhebliche Mittel von 300 000 Euro vergangenes Jahr in die Sportförderung investiert. Und unser Ergebnis von 2009 ist so gut, dass wir die Förderung mit der gleichen Summe auch dieses Jahr fortsetzen können und bereitstellen werden. "

Hier brandet großer Applaus auf. Das ist nicht selbstverständlich in den Tagen, in welchen Banker eher beargwöhnt als bejubelt werden. Burmeister schafft den Spagat. Es muss an seiner alten Ausdauerfähigkeit liegen, mit welcher er schon als junger Leichtathlet in den 60 er Jahren Bester im Langstreckenlauf der Stadtsparkasse Lüneburg über 11 000 Meter geworden ist. So wird Sport im Leben des Dieter Burmeister weiter eine tragende Rolle spielen.

Gleiches gilt für Landrat Jörg Hellmuth, der von sich verkündet, jede Woche Fußball zu spielen, zu schwimmen und zu laufen – alles mindestens eine Stunde. Das erhebt den Kommunalpolitiker aus dem Stand in den Rang eines Aktiven. Gleichwohl sagt er, werde er mit 85 Jahren, anders als der aktuelle Kreis-Sieger bei den Männern, Otto Nawrocki, wohl kaum noch in dem hohen Alter sportlichen Lorbeer ergattern. Immerhin, seine erste Medaille – gleich die Goldene bei der Kreis-Kinder- und Jugendspartakiade 1967 im Fußball mit der BSG Traktor Walbeck in seinem damaligen Heimatkreis Hettstedt – bewahrt er noch immer auf.

Siegfried Wille weiß, wie wichtig solche Sportlobbyisten wie Burmeister oder Hellmuth für ihn und den Kreissportbund sind. Im vergangenen Jahr musste Wille einen großen Aderlass hinnehmen ; die Angler mit ihrem Verband stiegen aus den Sportbünden im Kreis und Land aus. " Da waren wir 2400 Mitglieder losgeworden. " Das lässt sich mal eben nicht gleich in einem Jahr kompensieren. Wille setzt auf den Werbe-Effekt seiner aktiven Sportler – und dieser Sportlerehrung.