Der Jahreswechsel von 2009 zu 2010 lief erstaunlich ruhig ab. Nicht nur, dass kaum vor Mitternacht geböllert wurde, auch Unfälle oder Brände – wie sonst häufig in der Silvesternacht – gab es kaum. Für die diensthabenden Einsatzkräfte von Leitstelle, Feuerwehr und Polizei eine gute Bilanz.

Stendal. Starker Schneefall am Silvestertag hieß für den einen Arbeit in Sachen Schneeschippen und für den anderen Vergnügen rund um Schneeballschlacht und Schlittenfahrt. Doch kurz vor Mitternacht war kaum ein Mensch auf den Straßen, auch viele Gaststätten hatten geschlossen. In denen, die geöffnet hatten, tobte das Leben – ob mit Livemusik oder Musik von der CD, getanzt wurde ausgelassen.

Punkt Mitternacht trauten sich dann doch einige noch raus ins tief verschneite Stendal, Anlaufpunkt wie in den Jahren zuvor war vor allem der Marktplatz, wo Raketen und Böller gezündet wurden.

Doch nicht alle konnten und durften feiern, denn wie in jeder Silvesternacht gibt es einige, die arbeiten müssen : Krankenschwestern, Ärzte, Feuerwehrleute oder die Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle.

Für Letztere lief der Jahreswechsel nicht hektischer und anstrengender als in den Jahren zuvor ab. Zum Großteil wurden die Einsätze für den Rettungsdienst koordiniert, meist handelte es sich um Schnittverletzungen oder diverse Krankheiten. Dienst ab 22 Uhr bis zum Neujahrsmorgen 6 Uhr hatten Andreas Nickel ( 36 ) und Thomas Sczepanek ( 38 ). Über 16 000 Einsätze haben die zwei Männer und ihre Kollegen im Jahr 2009 koordiniert, tausend mehr als im Jahr zuvor.

Sczepanek hat eine dreijährige Tochter, und bevor er am Silvesterabend zum Dienst in die Wendstraße fuhr, haben seine Frau und er ein paar Böller steigen lassen. " Wenn ich gegen 7 Uhr nach Hause komme, werde ich erstmal ins Bett gehen, und später wird zusammen gefrühstückt. " Bei Andreas Nickel sieht es fast genauso aus : " Ich freu mich auf mein Bett. " Am Silvesterabend hat er sich aber trotzdem die Zeit genommen und in Familie Abendbrot gegessen.

Was sich beide für das Jahr 2010 wünschen ? " Gesundheit ist das Wichtigste ", sagen sie. Und Andreas Nickel hat noch einen ganz privaten Wunsch : " Eine Frau an meiner Seite wäre schön. "

" Schwerwiegende

Vorfälle gab es nicht "

Für die Feuerwehr im Landkreis gab es in der Silvesternacht zum Glück kaum etwas zu tun. Außer einem Containerbrand und brennendem Unrat sowie einer Hilfeleistung für die Polizei, die mit einem Auto steckengeblieben war, gab es keine Einsätze. So konnten die Stendaler Kameraden, die an jenem Abend Dienst hatten, ausgelassen in der Feuerwache feiern. Diensthabender Einsatzleiter Mattias Lange sagt : " Dieses Jahr ist es ungewöhnlich ruhig. Dass so wenig geknallt wird, liegt wahrscheinlich an der Witterung. "

Auch die Polizei bestätigt der Volksstimme den Eindruck, dass diese Silvesternacht außergewöhnlich ruhig verlief. " Abgesehen von dem einen oder anderen zerstörten Briefkasten und einigen Anwohnern, die sich von der Knallerei belästigt fühlten, gab es keine schwerwiegenden Vorfälle ", sagte ein Sprecher gestern auf Nachfrage. Auch Unfälle oder schwerere Straftaten habe es keine gegeben.

Ein gutes Omen für das Jahr 2010 ?