Stendal. Die Anwohner der Moltkestraße und ihrer Nebenstraßen blieben Silvester auf ihrem Biomüll sitzen. Ines Kläbsch zum Beispiel, die Am Mühlenhof wohnt, wartete vergebens auf das Abholfahrzeug. " Am Sonnabend stellten wir die Tonne vorsichtshalber nochmal raus – wieder nichts ", berichtet sie der Volksstimme. Bei einem Anruf bei der Abfallentsorgungsgesellschaft des Landkreises ALS in Osterburg sei ihr gesagt worden, die Straße sei wegen des Schnees nicht passierbar gewesen. Ines Kläbsch : " Wir hätten die Tonne auch zur Moltkestraße gebracht, wenn man uns informiert hätte. "

Doch auch dort ging es Anwohnern nicht besser. " Ich darf wohl im Namen aller Anlieger sagen, dass wir im Biomüll ertrinken beziehungsweise erfrieren ", schildert Wolfgang Biermann die Situation. Weil Silvester nicht geleert wurde, holte er die Tonne abends wieder rein, um sie vor Vandalismus zu schützen, und stellte sie ebenfalls am Sonnabend wieder an die Straße. Doch wieder tat sich nichts. Die nächste planmäßige Abfuhr von Bioabfall ist in dieser Gegend erst am 14. Januar.

Vorher wird sich das Biomüll-Auto dort auch nicht sehen lassen. " Eine Nachentsorgung kann leider nicht abgesichert werden ", so die Auskunft von ALS-Abfallberaterin Gunda Tanne. Das von der ALS beauftragte Entsorgungsunternehmen habe am 30. und am 31. Dezember mehrere Straßen in der Innenstadt nicht befahren können und die Tour abgebrochen. Am 2. Januar ein zweiter Versuch, der ebenfalls nicht zum Erfolg geführt habe.

ALS : " Abfall selbst

zur Deponie bringen "

Anzubieten hat die ALS den betroffenen Stendalern nun lediglich einen Akt der Selbsthilfe. Sie können ihren Biomüll zur Stendaler Deponie bringen und kostenfrei entsorgen lassen. " Wer dazu nicht in der Lage ist ", so Gunda Tanne, " kann am 14. Januar zusätzliche Behälter mit Bioabfällen neben die Tonne stellen. "