Zu einem aktiven und gemütlichen Familiensonntag zugleich hatte Erik Weber von Tangermünder Wassersportverein die Nachwuchssegler, deren Eltern und Geschwister eingeladen. Treffpunkt war am Bootshaus. Mitzubringen waren Schlitten, gute Laune und warme Kleidung.

Tangermünde. " Wir küren hier und heute den Familienweitrodel-Vereinskönig ", sagte Erik Weber zur Begrüßung. Austragungsort des winterlichen Wettbewerbs, der in dieser Form aufgrund der sonst eher milden und schneearmen Winter noch nie hatte stattfinden können, war der Hang am Deich direkt hinter dem Tangerwehr.

" Alle Familien arbeiten heute zusammen ", so der Trainer für den Tangermünder Seglernachwuchs. Er hatte Meldelisten vorbereitet. Auf ihnen konnten die geschätzten Rodelweiten eingetragen werden. Der Spaß stand bei der ganzen Aktion im Vordergrund. Niemand achtete zentimetergenau auf das Ergebnis. Allein, zu zweit und manchmal auch zu dritt ging es am Rodelhang, der neben dem am Bleichenberg der beliebteste in der Stadt ist, immer wieder bergab. Holzschlitten, Plastikgefährte und sogar aufblasbare Kissen dienten zum Erobern den angekündigten Titels.

Statt die Segel in den Wind zu setzen, war es am Sonnabend wichtig, genug Masse auf den Schlitten zu packen und mit einer ganz ausgefeilten Technik so weit wie möglich über die Tangerwiese zu gleiten. Die vereiste Fläche direkt am Tanger wurde dabei außer Acht gelassen. Schon allein aus Sicherheitsgründen waren die Rodelwettbewerbteilnehmer einige Meter weiter auf dem Deich entlanggegangen, um nicht Gefahr zu laufen, in das leicht vereiste Flüsschen zu schlittern.

Als besonders rodelgeübt entpuppte sich am Deich Familie Dörre aus Hämerten. Sie war zu fünft am Start. Theresa Johanna, Astrid, Guido und Sebastian brachten es auf 48 Meter und wurden damit Familienweitrodel-Vereinskönig.

" Kurz vor dem Erfrieren werden wir wieder ins Bootshaus gehen ", sagte Erik Weber. Heiße Getränke standen hier bereit. Der Grill war angeheizt und in einer Feuerschale knisterten Holzscheite. Alles zusammen eine Atmosphäre, die den Familiezusammenhalt und auch den der kleinen Segler stärkte.

Wer denkt, dass im Winter bei den Tangermünder Seglern nicht trainiert werden kann, der irrt. Immer freitags kommen die Mädchen und Jungen für drei Stunden zusammen. Eine Stunde lang beschäftigen sie sich im Bootshaus mit theoretischem Wissen rund um den Segelsport. Danach geht es für zwei Stunden in die Sporthalle der Brunsberg-Sekundarschule.

Vor etwa zwei Jahren hatte Erik Weber die Gruppe der Nachwuchssegler mit neuem Leben erfüllt. Seitdem werden es immer mehr Kinder, die sich für den Sport begeistern, im Sommer ihre Bahnen im Hafen ziehen und im Winter in die Sporthalle ausweichen. Im Sommer vorigen Jahres bekamen die Segler eine 1000-Euro-Spende, die die Stadt bei einer MDR-Fernsehwette gewonnen hatte. Im Frühjahr hatte die erste Segelregatta im Hafen stattgefunden.