Stendals Flächennutzungsplan ( FNP ) wird auf die sinkenden Einwohnerzahlen eingestellt. Dem Ausschuss für Stadtentwicklung liegt am Mittwoch der Entwurf einer FNPÄnderung vor, wonach 69 Hektar Wohnbaufläche im Osten und Süden der Hansestadt in Grünflächen umgewandelt werden sollen.

Stendal. Den Blaumeisenund den Rotkehlchenweg, die in Stendaler Stadtplänen schon mit Einfamilienhäusern bebaut eingezeichnet sind, wird es, zumindest als Wohnadresse, nicht geben. Die südsüdwestliche Abrundung, wie die kleine, an Röxe und Süd anschließende Siedlung mit den Vogelstraßennamen in der Sprache der Stadtplaner heißt, wird doch nicht abgerundet. Der Grund : Wegen der sinkenden Einwohnerzahl braucht die Stadt nicht so viele Bauplätze, wie der Flächennutzungsplan derzeit ausweist.

Eine vom städtischen Planungsamt erarbeitete Änderung des FNP sieht die Reduzierung der in der Stadt verfügbaren Wohnbauplätze um rund 100 vor, davon 50 in Südsüdwest. Damit sollen Flächen von insgesamt 69 Hektar in den Bereichen Stendal-Süd, südsüdwestiche Abrundung, Haferbreiter Weg, Grindbucht und Birkenweg umgewidmet werden – von Wohnbau- in Grünfläche. Diese Planänderung liegt dem Ausschuss für Stadtentwicklung am Mittwoch zur Beratung vor.

Landesverwaltungsamt erhebt Einspruch
Allerdings wird die Stadt auch von höherer Stelle gedrängt, ihre Expansionsfähigkeit einzudämmen. Wie es in der Begründung der Beschlussvorlage heißt, habe das Landesverwaltungsamt eine Zustimmung zur Erweiterung der Wohnbauflächen am Birkenweg Nord vom Verzicht auf vorhandene Baugrundstücke abhängig gemacht.

Im Februar vergangenen Jahres hatte der Stadtrat nach wochenlanger kontroverser Diskussion die Bebaubarkeit des nördlichen Birkenweges beschlossen. Weil es so viele Bauwillige für diesen Bereich geben soll, wurde für diesen 600 Meter langen Wegabschnitt bis zum Stadion " Am Hölzchen " auf Betreiben der CDUFraktion ein Bebauungsplan aufgestellt. Zu den 18 Wohnhäusern, die dort bereits stehen, sollen in Zukunft noch rund 45 hinzukommen. Auch viele Anwohner und Grundstücksbesitzer des Birkenweges hatten sich im vergangenen Jahr für dieses Ziel stark gemacht. Die Wohngebiete im Osten der Stadt beiderseits des Arnimer Damms gelten als besonders beliebt. Die Stadtväter hoffen, dass sich hier, in einer Gegend mit großen Grundstücken, auch weiterhin sowohl junge als auch finanzkräftige Familien ansiedeln beziehungsweise die Stadt nicht verlassen. In anderen Bereichen wie der südsüdwestlichen Abrundung ist der Bedarf hingegen erschöpft.

Hanseallee bleibt als Wohnfläche

Neben den südlich an die kleine Siedlung anschließenden Flächen, die ursprünglich noch zur Bebauung vorgesehen waren, werden auch große Teile des ehemaligen Plattenbauviertels Stendal-Süd aus dem Wohnbauflächenbestand herausgenommen – 23, 5 von gegenwärtig 41 Hektar. Lediglich die Hanseallee mit ihrer noch weitgehend erhaltenen Bebauung wird im künftigen FNP als Wohnstandort verzeichnet sein.

Laut Stadtverwaltung hat Stendal zurzeit rund 850 freie Bauplätze. Die mit Abstand meisten, nämlich 310, befinden sich im Osten der Stadt, 129 in Röxe und 89 in der Altstadt.