Heiraten ist wieder in. Das Standesamt der Hansestadt Stendal schloss im vergangenen Jahr 192 Ehen – so viele wie seit 1996 nicht mehr, als es mit 208 noch einige mehr waren. Der beliebteste Hochzeitsmonat war der Mai, als sich 39 Paare in Stendal das Ja-Wort gaben.

Stendal. Über das Baby-Hoch hat die Volksstimme schon berichtet. Nun offenbart die Statistik des Standesamts für das Jahr 2009 auch einen kräftigen Anstieg der Zahl der Eheschließungen. Werden die düsteren Prognosen der Demografen damit Lügen gestraft ? Das dürfte entscheidend davon abhängen, ob die Stadt künftig ihre Bürger und darunter vor allem die jungen Familien in ihren Mauern halten kann.

192 Paare gaben sich im vergangenen Jahr in Stendal das Ja-Wort. Das waren 22 mehr als 2008 und 24 mehr als 2007. Damit ist das Tief der ersten Jahre des 21. Jahrhunderts anscheinend überwunden. 2003 hatte die Statistik des Standesamts mit nur 135 Eheschließungen die Talsohle der zurückliegenden 20 Jahre erreicht. Allerdings ist das gegenwärtige Hochzeits-Hoch noch weit vom ersten Jahr nach der Wende entfernt. 1990 gingen 369 Paare den Bund fürs Leben ein. 1995 und 1996 wurden mit 203 beziehungsweise 208 Eheschließungen letztmalig höhere Zahlen als im vergangenen Jahr erreicht.

Flaute bei Kälte

Der beliebteste Hochzeitsmonat war im vergangenen Jahr der Mai mit 39 Eheschließungen – mehr gab es übrigens in keinem Monat seit dem Jahr 2001. Der Wonnemonat ist nicht immer der begehrteste. 2001 war der Favorit der Juni mit 19, 2002 war es der August mit 25, 2003 wieder der Juni mit 26, 2004 der Juli mit 20, 2005 der August mit 26, 2006 der Juni mit 33, 2007 der Juli mit 36 und 2008 der August mit 33 Hochzeiten. Traditionell Flaute herrscht in den kalten Monaten von November bis März, wobei der Dezember eine Ausnahme darstellt und in den meisten Jahren ein gewisses mittleres Hoch erreicht.

Einen Monat ohne Hochzeiten hat es allerdings seit 2001 nicht gegeben. Jeweils nur eine Ehe wurden lediglich im Januar 2004 und im November 2007 geschlossen.

Das Heirats-Hoch geht mit einem Babyboom einher. Die im vergangenen Jahr vom Standesamt registrierten 897 Neugeborenen stellten die höchste Zahl in diesem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts dar. 2001 kamen mit 767 die wenigsten Babys zur Welt, 2002 wurde mit 867 die bisherige Höchstzahl erreicht. Ähnlich die Entwicklung der Geburtenzahlen in der Stendaler Frauenklinik ( die Volksstimme berichtete ), wo im vergangenen Jahr 896 Kinder, 36 mehr als im Jahr zuvor, zur Welt kamen.

Wo geboren wird, wird auch gestorben. Das Standesamt beurkundete im abgelaufenen Jahr 880 Sterbefälle – 25 mehr als im Jahr zuvor und die höchste Zahl seit 2001. Außer 2006, als 826 Geburten 827 Sterbefälle gegenüberstanden, überwiegt in jedem Jahr seit 2001 die Zahl der Neugeborenen. Stendal müsste eigentlich wachsen – wenn da nicht die Wegzüge wären.

• Eheschlie- 1999 : 152 ßungen : 2000 : 143 1990 : 369 2001 : 141 1991 : 179 2002 : 145 1992 : 172 2003 : 135 1993 : 183 2004 : 139 1994 : 169 2005 : 174 1995 : 203 2006 : 182 1996 : 208 2007 : 168 1997 : 161 2008 : 170 1998 : 161 2009 : 192

• Geburten : Sterbefälle :

2001 : 767 2001 : 643 2002 : 867 2002 : 607 2003 : 854 2003 : 604 2004 : 848 2004 : 620 2005 : 818 2005 : 786 2006 : 826 2006 : 827 2007 : 838 2007 : 823 2008 : 864 2008 : 855 2009 : 897 2009 : 880