Havelberg ( ifr ). Ab dem 1. Dezember liegen sie alljährlich auch auf Elbe und Havel in Bereitschaft : die Eisbrecher. Die Wasser- und Schiffahrtsämter ( WSA ) wollen damit einem möglichen Eisversatz vorbeugen, der binnen kurzer Zeit zu einem Stau führen könnte. Ein Eis-Nadelöhr in der unteren Havel ist die Insel bei Nitzow. Das bestätigte sich auch in diesem Winter.

In der Vorwoche lokalisierte das WSA Eisversatz bei Nitzow, der sich durch Grundeis gebildet hatte. Umgehend wurde am Freitag der Hilfseisbrecher " Otter " aus Brandenburg nach Gnevsdorf beordert, um den Vorfluter bis Quitzöbel aufzubrechen. Im Schnitt um die 15 bis 20 Zentimeter stark war das Eis an den Versatzstellen, berichtete Schiffsführer Werner Döbberthin aus Burg bei Magdeburg.

Der Eisbrecher " Seeadler ", der im Havelberger WSAStützpunkt vor Anker liegt, sollte in der Hansestadt ursprünglich nur so lange ausharren, bis die Elbe so tief gesunken war, dass er in den Vorfluter beim Wehr in Gnevsdorf hineinfahren konnte. Sein Problem ist die dortige Brücke, die er wegen seiner Höhe nicht passieren konnte. Am 13. Januar brach der " Seeadler " durch die Schleuse nach Gnevsdorf auf, doch musste der Schiffsführer dort feststellen, dass noch immer drei unüberbrückbare Zentimeter zum Passieren der Brücke fehlten. Also blieb der Seeadler in Havelberg und der kleinere " Otter ", für den die Durchfahrtshöhe unter der Brücke ausreichte, brach an seiner Stelle auf.

Bis Gnevsdorf ist das WSA Brandenburg für die Havel-Wasserstraße zuständig. Auf der Elbe, also auf der anderen Wehrseite, ist hingegen ein Eisbrecher vom WSA Magdeburg bei Bedarf im Einsatz. Er ist im Hafen in Wittenberge stationiert. Bei Eisversatz muss er durch die Havelberger Schleuse und bis Garz sowie Quitzöbel aufbrechen. Doch ist dies in diesem Jahr wohl nicht nötig, schließlich zieht der " Seeadler " um Havelberg seine Kreise.