Stendal ( fe ). Künftig werden wir an dieser Stelle in loser Folge auf Ereignisse in der Umbruchzeit vor 20 Jahren zurückblicken – zwischen Mauerfall und deutscher Einheit. Aufreger Nummer 1 ist damals mit weitem Vorsprung die Stasi und die Frage, wie mit den einstigen Mitarbeitern des DDR-Staatssicherheitsdienstes künftig umgegangen werden soll. Zudem fragten sich die Menschen, wo die vielen gesammelten Akten und Berichte landeten – zum Teil auf großen Haufen, die dann " kontrolliert " entsorgt wurden. Ein Ärgernis, das Stendal noch lange in den Wendejahren begleitete. " Wo ist meine Akte ?", wollten viele wissen.

Am 13. Januar 1990 hieß es deshalb in der Volksstimme : " Auch das geht uns alle an – Was wird aus den ehemaligen Stasi-Mitarbeitern ?" Ob sie in der Produktion landeten, wie vielfach bei Protesten gerufen, ist nicht überliefert. Mitglieder des Neuen Forums forderten zunächst ganz lebensnahe Dinge : " Wir erwarten, dass die 52 hauptamtlichen Staatssicherheitsbeamten Stendals ihre Telefone zugunsten der vielen auf einen Anschluss wartenden alten und behinderten Bürger aufgeben. " Es muss ihnen schwer gefallen sein.