Stendal. Die Stadt wird ihr aus dem Jahr 2002 stammendes Konzept zur Entwicklung des Einzelhandels fortschreiben. Das beschloss der Stadtrat nach langer kontroverser Diskussion mit den Stimmen der Fraktionen Linke / Bündnisgrüne, SPD und FDP. Die CDU votierte dagegen, der CDUnahe Oberbürgermeister Klaus Schmotz war dafür. Die Aktualisierung des Gutachtens wird mit Kosten von 20 000 bis 30 000 Euro veranschlagt.

Angesichts sich häufender Anfragen von Supermarktketten mit Ansiedlungswünschen erhoffen sich die Befürworter des Konzepts ein generelles städtebaulich und rechtlich fundiertes Steuerungsinstrument. Unmittelbarer Anlass für die neuerliche Einzelhandelsdebatte und die Fortschreibungspläne waren jedoch die konkreten Pläne von Edeka am Schadewachten und von Netto an der Tangermünder Straße.

An diesen beiden benachbarten Projekten scheiden sich die Geister. Während die Stadtverwaltung mit dem Oberbürgermeister und Teile des Stadtrats die Schadewachten-Variante, eine seit Jahren immer wieder verschobene Neuansiedlung von Edeka, favorisieren, tendiert die CDU mehr zu dem Plan von Netto, seinen Markt von Süd an die Tangermünder Straße zu verlagern. In ungewöhnlich scharfem Ton warf Dirk Hofer ( CDU ) dem OB vor, zugunsten von Edeka in den Markt eingreifen zu wollen. Reiner Instenberg ( SPD ) hielt dagegen, es gehe nicht um einzelne Projekte, sondern darum, " den Wildwuchs in der Stadt " zu verhindern.