Vor zwei Wochen noch mussten Ostaltmärker, die sich gegen die Neue Grippe impfen lassen wollten, sich in manchen Arztpraxen in Wartelisten eintragen lassen. Das wird sich in dieser Woche ändern. Mit der jüngsten Lieferung kamen 9500 Impfdosen nach Stendal. Damit sei man auf dem besten Weg, jeden Bürger im Landkreis gegen diese Virusgrippe impfen zu können, der das wünscht, sagt die stellvertretende Stendaler Amtsärztin Uta Mangold.

Stendal. An jedem Dienstag ist Grippeimpfstoff-Liefertag im Landkreis Stendal. Seit dem 2. November, an dem im Landkreis Stendal gegen die Neue Grippe – landläufig Schweinegrippe genannt – geimpft wird, gilt diese Regel. Anfänglicher, sicher auch durch die unterschiedlichsten Impfauffassungen von Experten und solchen, die sich dazu berufen fühlten, Impfskepsis folgte ein zwischenzeitlicher Ansturm auf die Arztpraxen, in denen gegen die Neue Grippe geimpft wurde und wird. Es sind nach wie vor 92 über das gesamte Kreisgebiet verteilte. Wartelisten mussten geschrieben werden, weil die Impfstofflieferungen aufgrund von Engpässen beim Hersteller zu knapp bemessen waren.

Das ist Geschichte. Am gestrigen Dienstag befanden sich 9500 Impfdosen in der Post der Stendaler Gesundheitsamts, die heute schon an die Impfärzte verteilt sind. Im Gesundheitsamt selbst wird nicht geimpft. Das ist auch nicht nötig, denn spätestens mit dieser Impfstofflieferung verfügt jeder Impfarzt über ausreichend Impfstoff, um jeden Ostaltmärke, der das wünscht, gegen die Neue Grippe zu schützen. Das bestätigte die stellvertretende Amtsärztin des Landkreises Stendal, Uta Mangold, gestern im Gespräch mit der Volksstimme.

Diesen Schutz empfiehlt sie übrigens jedem. Zwar seien die bisher im Landkreis aufgetretenen Infektionen mit dem Schweinegrippe-Virus, die übrigens vor allem junge Leute betrafen, durch die Bank milde verlaufen und auch die Zahl der Erkrankten geringer als ursprünglich erwartet. Bislang mussten 16 Kinder und ein Erwachsener im Landkreis wegen einer Infektion mit der Neuen Schweinegrippe stationär behandelt werden. Auch hier habe es keine schweren Krankheitsverläufe gegeben, so Uta Mangold, aber : " Es wäre vermessen zu sagen, wir haben es hinter uns. Im Gegenteil. Noch hat es in unserem Landkreis überhaupt keine Grippewelle gegeben. Und das ist auch nicht verwunderlich. Grippeviren fühlen sich nun mal am wohlsten, wenn es richtig kalt ist. Winterwetter ist Grippewetter und das steht uns noch bevor. " Bedenken gegen die Impfung kann Uta Mangold aus der Erfahrung der vergangenen fünf Impfwochen ausräumen. Wirkliche Nebenwirkungen, abgesehen von lokalen Reizungen der Impfstelle, leichten Schmerzen im Arm oder ein-, zweitägigem Mattigkeitsgefühl, seien ihr von den bisherigen rund 12 000 Impfungen im Landkreis nicht bekannt. Hinzu komme, dass inzwischen aufgrund vorliegender Testergebnisse feststehe, dass generell nur eine Impfung ausreiche, um gegen die Neue Grippe gewappnet zu sein. Kinder bis zum 9. Lebensjahr werden nur noch mit einer statt bisher zwei halben Impfdosen immunisiert. Und auch ab dem zehnten Lebensjahr genügt generell eine Impfung.

Ziel – und das gilt nicht nur für den Landkreis Stendal – sei es, etwa die Hälfte der Bevölkerung gegen die Neue Grippe zu impfen. Auch wenn der Landkreis Stendal mit einem Durchimpfungsgrad von etwa zehn Prozent diesbezüglich bereits besser dasteht als andere Regionen im Land, ist noch jede Menge zu leisten – auch an Überzeugungsarbeit.

Ob die auch bei den Schwangeren nötig sein wird, kann die stellvertretende Amtsärztin noch nicht einschätzen. Für die Schwangeren beginnt die Impfkampagne gegen die Neue Grippe in der kommenden Woche. Voraussichtlich ab Mittwoch, 16. Dezember, wird im Landkreis der speziell für Schwangere entwickelte und importierte Impfstoff zur Verfügung stehen. Die Schwangeren, die sich impfen lassen möchten, erfahren alles Weitere bei ihren Gynäkologen.

Die Liste der Ärzte, die gegen die Neue Grippe impfen, ist auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht.

www. landkreis-stendal. de