Sie sind die drei Stendaler Kontaktbeamten der Polizei, kurz Kob genannt. Doch mit den Cops in Amerika haben Detlef Köppen, Klaus Erich Ruppelt und Helmut Schlicker ebenso wenig zu tun wie mit den früheren Abschnittsbevollmächtigten ( ABV ) der DDRVolkspolizei.

Stendal. Klaus Erich Ruppelt wurde gestern von Revierleiter Olaf Wichmann in seine neue Funktion eingeführt. Nach dem Ausscheiden eines Kollegen ist damit das Trio der Stendaler Kontaktbeamten der Polizei wieder komplett. Ruppelt wird hauptsächlich im nördlichen Stadtgebiet unterwegs sein, das Revier von Schlicker ist die Innenstadt, Köppen kümmert sich hauptsächlich um Stadtsee, Röxe und Süd.

Aber so scharf sind ihre Bereiche nicht voneinander getrennt ; die drei Kobs sind durchaus auch grenzüberschreitend tätig. " Die Kontaktbeamten sind bei allen Problemen, egal ob groß oder klein, Ansprechpartner ", beschreibt Olaf Wichmann ihr Aufgabenfeld. " Sie sind vor allem zu Fuß unterwegs und wollen mit den Bewohnern ins Gespräch kommen. Sie halten Kontakt zu Geschäftsleuten und Institutionen, gehen in die Schulen, sprechen die Leute an. Das ist eine Spezialform der Präventionsarbeit. Den Verwarnblock haben sie natürlich auch dabei. "

Sein Gesicht gehört schon zum Stadtbild

Helmut Schlicker ist der Erfahrenste unter ihnen. Seit 1992 ist er als Ansprechpartner der Bürger auf Stendals Straßen unterwegs – sein Gesicht gehört inzwischen zum Stadtbild. " Unser Ziel ist es, konfliktfrei mit den Bürgern auszukommen ", sagt er. Die Vorbeugung von Straftaten, weniger ihre Aufklärung, seien ihre Aufgabe. Mit dem Cop in Amerika habe der Kob in Deutschland nichts zu tun. Und so ganz nebenbei müsse der Kontaktbeamte auch stets bestens informiert sein, zum Beispiel über den Unfall, der am Tag zuvor da oder dort passierte. " Die Leute wollen alles Mögliche wissen, da kann man sie nicht enttäuschen. " Fünf bis zehn Kilometer streift er Tag für Tag durch sein Revier. Bei schlechtem Wetter darf er ausnahmsweise mal das Auto nehmen.

Detlef Köppen, Polizist seit 1984, wohnt mitten in seinem Bereich – nämlich Stadtsee, wo er seit 2005 als Kontaktbeamter tätig ist. Beide werden ihrem neuen dritten Mann den Start in den neuen Aufgabenbereich möglichst leicht machen, ihn nicht gleich allein auf die Straße schicken.

Klaus Erich Ruppelt, zuletzt im Revierverkehrsdienst tätig, freut sich auf die neue Herausforderung. Dass der 57-Jährige dazu bestens geeignet ist, wurde Revierleiter Wichmann bei einem kleinen gemeinsamen Spaziergang zum Parkplatz bestätigt. " Laufend sprachen ihn Leute an, wir kamen gar nicht voran ", schildert er die Situation. Obwohl der Vater zweier Kinder und Opa eines Enkelsohns in Goldbeck wohnt, hat er über seine Polizeitätigkeit, aber auch über Sport- und Freizeitaktivitäten wie Kegeln oder Tauchen viele Stendaler kennengelernt.

Und er weiß, was es bedeutet, engen Kontakt mit den Bewohnern eines Viertels zu halten. Ruppelt, der 1977 bei der Stendaler Verkehrspolizei seinen Dienst aufnahm, war 1982 bis 1985 ABV in Stendal und anschließend bis 1990 in Goldbeck. Wenn man die politischideologische Überfrachtung und die Führung von Strafverfahren vom ABV abzieht, dann, so Ruppelt, " ist vieles doch sehr ähnlich und vergleichbar mit der Arbeit des Kontaktbeamten ". Kob Klaus Erich Ruppelt wird ab sofort häufig in den Straßen der nördlichen Stadtviertel auftauchen und den Kontakt mit den Bewohnern suchen.