Stendal. Rike Schubert hat ihre Puppenspielerkunst meisterlich in sich aufgenommen und konnte am Sonnabendnachmittag im Rangfoyer diese Kunst auf vielerlei Art zur Geltung bringen. Zunächst kam sie Harmonika spielend durch den Raum, setzte sich an die Rampe und animierte ihre jungen Zuschauer zu immer neuen Farbentdeckungen beim Lied " Grün, ja grün sind alle meine Kleider !" Bis sie bei Grau erschrocken flüchtete. Sie meinte, da hinten eine Maus gesehen zu haben.

Die tauchte alsbald als kleine weiße Handpuppe vor ihrem Mauseloch im Stuhl auf der Bühne auf. Sie ist einsam, denn alle Geschwister hat die Katze gefressen, und sie konnte auch nur mit Mühe und Not entkommen. Ein Ohr wackelt seitdem bedenklich. Mit einer Ameise vertreibt sie sich ihre Tage, doch für einen guten Rat von ihr muss sie noch an der Katze vorbei ein Zuckerleckerli von der Hausfrau herbeischaffen. Das gelingt.

Auf Taubenflügeln

Nun soll sie die Tauben um Rat fragen, und die erweisen sich als wahre Freunde und tragen sie auf ihren Flügeln zum Nachbarhaus, wo der stolze Mäuserich wohnt. Hierbei bringt sich Rike Schubert auch selbst als Katze und Taubenführerin ein. Poetische Augenblicke entstehen vor den Kindern und Erwachsenen, als die beiden Mäuse für sich den Bund der Ehe nach ganz menschlicher Art eingehen.

Die Premiere des ersten Puppenspiels im hiesigen Theater aus dem eigenen Ensemble heraus war ein Erfolg versprechender Beginn. Alle Anwesenden spendeten der Puppenspielerin-Darstellerin herzlichen Applaus, und wie zur Bestätigung für die amüsante Stunde, die alle hier erlebten, kamen vollmundig die Zugabe-Rufe der Kinder. Hätte es eines besseren Beweises für künstlerisch ausgereifte Leistung bedurft ?