Stendal ( ro ). Oberbürgermeister Klaus Schmotz nimmt im Zusammenhang mit dem Defizit des Theaters der Altmark in Höhe von 300 000 Euro den früheren Intendanten Markus Dietze ausdrücklich in Schutz. Er halte es nicht für richtig, erklärte Schmotz am Montagabend im Hauptausschuss, Dietze " Vorwürfe nachzuschicken, die nicht gerechtfertigt sind ". Defizite dieser Art gebe es auch in anderen Bereichen.

Stadträte mehrerer Fraktionen hatten nach Bekanntwerden des aus der vergangenen Spielzeit herrührenden Minus im Theaterbudget für mögliche Schadenersatzforderungen an Dietze plädiert, falls der Bericht des Rechnungsprüfungsamts auf eine Schuld hindeute. Solche Forderungen sind in der Sitzung des Hauptausschusses, dem der – nicht öffentliche – Prüfbericht vorlag, nicht wiederholt worden. Die neun Ausschussmitglieder votierten einstimmig für den Ausgleich des Fehlbetrags aus der Rücklage der Stadt. Somit dürfte ein ähnlich eindeutiges Ergebnis beim letztlich entscheidenden Stadtratsbeschluss zu erwarten sein.

In mehreren Fraktionen wurde Kritik an der Stadtverwaltung laut. Helga Zimmermann ( Die Linke ) forderte, dem Stadtrat künftig regelmäßig Informationen zukommen zu lassen, damit so etwas nicht mehr passiert. Hardy Peter Güssau ( CDU ) machte der Stadtverwaltung den Vorwurf, es gebe für solche Fälle keine Sicherungssysteme.

Noch in dieser Woche wird Intendant Dirk Löschner sein Zukunftskonzept mit dem OB und der Verwaltungsspitze beraten. " Das Theater ist aus Stendal nicht wegzudenken ", bekräftigte Schmotz.