Die Jahreshauptversammlung der Winckelmann-Gesellschaft kulminierte am Sonnabend in der Verleihung der Winckelmann-Medaille. Nach einem wissenschaftlichen Festvortrag lüftete Oberbürgermeister Klaus Schmotz das Geheimnis.

Stendal. Nachdem die Winckelmann-Medaille im vorigen Jahr in ihrer " Heimat " blieb und mit Dr. Stephanie-Gerrit Bruer erstmals eine Frau diese Auszeichnung erhielt, tritt die 2009 er Medaille nun eine weite Reise an. Prof. Dr. Carlo Gasparri erhielt sie aus Händen von Klaus Schmotz, der den Italiener damit für seine " herausragenden Verdienste um die Nachwirkungen und die Rezeption der Antike, in die die Winckelmann-Forschung eingebettet ist ", auf Vorschlag des Kuratoriums der Winckelmann-Gesellschaft ehrte.

Gasparri studierte in seiner Heimatstadt Rom, wo er 1944 geboren wurde, Archäologie und Geschichte und schloss 1966 mit der Dissertationi ab. Seine Studien vervollkommnete er in Tübingen und Athen. Seit 1993 hat er den Lehrstuhl für Klassische Archäologie an der Universität Neapel inne, wo er auch Präsident der Archäologischen Wissenschaften ist.

Durch große Ausstellungsprojekte, so Klaus Schmotz in seiner Laudatio, " lenkte Gasparri den Blick auf die Antike ". Der Winckelmann-Gesellschaft sei er vor allem durch seine rezeptionsgeschichtlichen Studien und seine Forschungen zur Archäologie in Neapel " über Jahrzehnte in wissenschaftlichen Projekten ein vertrauter Partner ". Die Mitglieder der Winckelmann-Gesellschaft

hätten unabhängig davon 2005 das Vergnügen gehabt, von Gasparri durch Grabungsstätten im antiken Cumae geführt zu werden.

Dass die Jahreshauptversammlung der Winckelmann-Gesellschaft alljährlich in Stendal stattfindet, ist natürlich kein Zufall. In Stendal wurde der Gelehrte Johann Joachim Winckelmann am 9. Dezember 1717 geboren, und hier wurde am 8. Dezember 1940 die Winckelmann-Gesellschaft gegründet. Sie ist heute eine internationale Gesellschaft mit über 600 Mitgliedern in mehr als 20 Ländern. In ihrer Satzung hat sie sich zum Ziel gesetzt, " die internationalen Forschungen zum Leben, Werk und Wirken Johann Joachim Winckelmanns zu unterstützen " und " die mit seinem Wirken zusammenhängenden Disziplinen der Klassischen Archäologie, der Kunstwissenschaft und der Germanistik zur Erschließung der Wissenschaftsgeschichte des 18. Jahrhunderts zusammenzuführen ". Zur Ehrung des Gelehrten wurde vor 150 Jahren das Denkmal in Stendals Mitte eingeweiht.

Seit Mai 2000 ist die Gesellschaft Träger des Winckelmann-Museums.