Seit dem Jahr 2004 besteht zwischen der Universität " Alas Peruanas " und der Hochschule Magdeburg-Stendal eine enge Kooperation. Diese Partnerschaft ist die bislang fruchtbringendste innerhalb der Hochschule. 40 Studenten aus Magdeburg und Stendal gingen seit der Vertragsunterzeichnung in das südamerikanische Land für ein Auslandssemester oder auch darüber hinaus gehenden Projekte. Um solch eine Partnerschaft weiter zu fördern, kaufte die Kaschadestiftung ein Straßenprüfgerät. Gestern wurde es an eine Repräsentantin übergeben.

Stendal. " Die Internationalität auf Grundlage von Toleranz war immer ein Hauptgedanke der Kaschadestiftung ", sagte gestern Werner Schulze, 1. Vorsitzender des Vorstandes der im Jahr 1995 gegründeten Kaschadestiftung. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die in Stendal ansässige Stiftung viele Hochschulprojekte, aber auch Menschen, die sich für internationale Beziehungen einsetzen, gefördert. Jüngstes Beispiel ist die Unterstützung der Universität " Alas Peruanas " im peruanischen Arequipa. Für den Fachbereich Bauwesen hat die Stiftung ein Straßenprüfgerät gekauft und gestern an Carmen Calienes Peralta, die Auslandsbeauftragte der Hochschule, übergeben.

Vor fünf Jahren hat die Hochschule Magdeburg-Stendal einen Kooperationsvertrag mit dieser Hochschule geschlossen und seither vielen Studenten und Professoren einen Austausch ermöglicht. Mehr als 40 junge Leute gingen für ihr Auslandssemester oder darüber hinaus gehende Projekte in das peruanische Land. " Die wenigsten haben dort studiert, sondern haben in Unternehmen vor Ort gearbeitet ", erzählte gestern Carmen Calienes Peralta. Die Auslandsbeauftragte ist seit September in Deutschland. Sie unterrichtet bis März 2010 an der Hochschule Magdeburg-Stendal und wird während dieser Zeit von der Kaschade-Stiftung finanziell unterstützt.

Den Kontakt nach Peru hat seinerzeit Prof. Dr. Jutta Weber hergestellt. " Darauf gekommen bin ich durch einen Kollegen. Inzwischen ist es der größte Kooperationspartner, bei dem Zusammenarbeit über alle Fächergrenzen hinaus funktioniert ", sagte die Professorin. So gibt es neben dem Austausch auch Projekte im Bereich Wasserwirtschaft und Umwelttechnik. Eine Verbindung gibt es auch im Fachbereich Wirtschaft. So unterrichtet Weber in Stendal die Spezialisierung Logistik und bietet diese Seminare auch an der Partneruni an.

Mit dem neuen Gerät zur Prüfung von Straßen könnte die Kaschade-Stiftung nicht nur den Weg für die Hochschule ebnen, sondern auch für das Unternehmen Zorn Instruments aus Stendal. Dass bei Geschäftsbeziehungen mit Südamerika Geduld gefragt ist, bestätigte gestern Firmeninhaber Bernd Zorn. " Wir haben vor 18 Jahren die ersten Kontakte nach Brasilien aufgenommen. Erst in diesem Jahr haben wir die ersten fünf Geräte verkauft ", so der Stendaler Firmenchef.

" Das ist nicht nur Hochschulförderung, sondern eben auch Wirtschaftsförderung ", sagte Prof. Hans-Jürgen Kaschade, Geschäftsführer der Stendaler Stiftung. Wie das Gerät funktioniert, darin wird Rafael Giüllér in den nächsten Wochen unterrichtet. Der 21-Jährige studiert im fünften Semester Bauwesen an der Partneruni und absolviert derzeit sein Auslandssemester am Magdeburg Standort.

Um die Internationalität auch von Unternehmensseite zu fördern, will Zorn den Studenten aus Peru ein vierwöchiges Praktikum in Deutschland ermöglichen. Die Auslandsbeauftragte aus dem peruanischen Arequipa freute sich über dieses Angebot und will die Idee mit in ihre Stadt nehmen. In den Augen von Kaschade sei es denkbar, für das Etablieren der neuen Prüftechnik aus dem Hause Zorn ein Institut in Peru zu gründen. " So könnten sogar neue Arbeitsplätze geschaffen werden ", sagte der Stiftungschef.