Stendal ( ro ). Stendal bekommt den seit Jahren gewünschten Bahnhaltepunkt im nördlichen Stadtgebiet. Darüber besteht seit dem Treffen von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre ( beide CDU ) mit Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube am Montag in Dessau Gewissheit ( die Volksstimme berichtete ). Demnach sollen in die Erneuerung und den Neubau von Bahnhöfen und Haltepunkten landesweit 40 Millionen Euro investiert werden. In diesem Zuge wird auch der Bahnhof Stendal-Fachhochschule eingerichtet.

Wie NASA-Sprecher Wolfgang Ball gestern der Volksstimme sagte, werde das Stendaler Projekt in der ersten Etappe bis 2013 realisiert. Die Kosten von rund 1, 3 Millionen Euro tragen die Bahn, der Bund und zu über der Hälfte das Land Sachsen-Anhalt. Der Haltepunkt erhält zwei Außenbahnsteige, die barrierefrei erreichbar sein werden. Wo genau die Züge zwischen Stendal und Wittenberge künftig halt machen werden, wird laut Ball derzeit noch geprüft.

Das Potenzial für einen solchen Haltepunkt ist laut NASA-Sprecher im Norden Stendals durchaus vorhanden. Im Umkreis wohnen rund 7000 Menschen, darunter in dem noch wachsenden neuen Wohngebiet Am Galgenberg. Die Fachhochschule ist von 300 Studenten im Jahr 2004 auf aktuell 1900 Studierende deutlich angewachsen. Zudem befinden sich mehrere Gewerbegebiete wie Neues Lager und Langer Weg in der Nähe.

Seit Jahren ringen verschiedene Interessenvertreter, darunter auch die Stadt Stendal, um diesen Bahnhalt in Nord. Den Anstoß gaben schon im Jahr 2001 die Stendaler Frank Barby und Michael Trösken vom Verein der Stendal-Tangermünder Eisenbahn-Freunde, die seitdem nicht locker ließen. In einem ersten Schreiben an die NASA schlug Barby im Juli 2001 zwei Varianten für den Haltepunkt vor : am Bahnübergang Galgenberg oder an der Bahnüberführung Osterburger Straße.