Die Wohn- und Förderstätte Wohnheim Chausseehaus Hassel wurde am 2. Dezember zum " Unternehmen mit Weitblick 2009 " gewählt. Die Auszeichnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ( BMAS ) erfolgte im Rahmen des " Bundesbeschäftigungspaktes Perspektive 50 plus ", bei dem älteren Arbeitssuchenden eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt geboten wird.

Coburg / Chausseehaus. Zum vierten Mal in Folge wurden Firmen prämiert, die sich in der Personal- und Unternehmenspolitik für ältere Mitarbeiter engagieren. " Perspektive 50 plus–Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen " ist ein Programm des BMAS, das die Beschäftigungsfähigkeiten und -chancen älterer Langzeitarbeitsloser verbessern soll. Das Programm geht gezielt auf die regionale Besonderheit ein.

Bundesweit gibt es 62 Beschäftigungspakte. Jeder Pakt bringt für die Auszeichnung einen Vorschlag. Der " Beschäftigungspakt 50 ++ Altmark / Region Halberstadt " nominierte in diesem Jahr die gemeinnützige Gesellschaft " Wohn- und Förderstätte Wohnheim Chausseehaus Hassel ", in der sich über 60 Mitarbeiter um die Bewohner kümmern. Die Altersstruktur der Belegschaft nutzt der Betreuung der Behinderten, heißt es. Daher wurden dort Möglichkeiten zur Arbeitserprobung und Praktika für ältere Langzeitarbeitslose eingerichtet. Auch in Zukunft sei die Gruppe 50 plus in der Mitarbeiterschaft für die Geschäftsleitung eine Option.

Den Preis nahm am 2. Dezember die Geschäftsführerin der Gesellschaft Elke Klaus-Harlfinger im Coburger Rathaus entgegen. Sie erhielt eine Urkunde und eine Erinnerungsskulptur. Klaus-Harlfinger weiß ob dieser Würdigung : " Es kamen Menschen aus der gesamten Bundesrepublik, das ist mir erst bei der Preisverleihung bewusst geworden ".

Letztendlich steht für die Geschäftsführerin die Prämierung aber nicht im Vordergrund. " Wichtig ist, dass die Mitarbeiter das richtige Gefühl im Umgang mit den Behinderten haben. Das Alter der Mitarbeiter spielt dabei weniger eine Rolle. Wir haben einen gesunden Mix aus älteren und jungen Mitarbeitern. "

Die Geschäftsführerin lobt die hervorragende Zusammenarbeit mit der ARGE. Ein Paradebeispiel hat sie gleich zur Hand : Ein Mitarbeiter kam über einen Ein-Euro-Job in die Einrichtung. Er wurde mittlerweile fest eingestellt und qualifiziert sich weiter. " Bei uns haben ältere Langzeitarbeitslose eine echte Chance. "

Nicht jedem fällt nach jahrelanger Arbeitslosigkeit der Weg ins Berufsleben leicht. " Wir geben Hilfe, führen individuelle Gespräche. Das ist aufwändig, wir haben aber gute Erfahrungen damit gemacht ", so Klaus-Harlfinger. Die Integration der Älteren sei wichtig, geschehe im Chausseehaus Hassel aber nicht um jeden Preis, denn der zu betreuende Behinderte stehe im Vordergrund, erklärt sie weiter.

Der Beschäftigungspakt Altmark / Region Halberstadt arbeitet nachhaltig an dem Ziel der Integration älterer Arbeitssuchender in den Arbeitsmarkt. " Pro Jahr machen wir 500 Aktivierungen. Unser Ziel ist es, davon 100 Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Wir werden unser Ziel erreichen ", erklärt Wilfried Raup, Geschäftsführer der ARGE SGB II im Landkreis Stendal. Zum Pakt gehören mittlerweile vier Ausbildungsträger an sieben Standorten. Im nächsten Jahr kommt mit Wernigerode ein achter Standort hinzu.

Laut Bundessozialministerium konnten in diesem Jahr über 10 0000 ältere Arbeitssuchende zur Teilnahme am Projekt bewegt werden. Davon konnten bis Ende Oktober fast 26 000 in eine sozialversicherungspflichtige Stelle vermittelt werden. Raup sieht das Potenzial dieser Arbeitsgeber in ihrer Lebenserfahrung, ihrer Sozialkompetenz und ihren Eigenschaften wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. " Wir können ihnen vermitteln, dass sie gebraucht werden ", so Raup.