Wird sie nun gebaut oder nicht ? Die Überdachung der Tribüne im Stadion am Hölzchen hängt weiter in der Luft. Die SPD, die den Bau des Wetterschutzes an den Aufstieg von Lok knüpfen wollte, hat ihren Antrag jedenfalls zurückgezogen. Doch weder Stadträte noch Verwaltung wollen ausschließen, dass die Arena doch irgendwann fertiggebaut wird.

Stendal. Keine Frage : Die SPD-Fraktion hat ein Herz für den Stendaler Fußball. Da kam den Sozialdemokraten in der gegenwärtigen Hochphase von Lok eine Idee : Die Stadt könnte doch ihre Kicker noch stärker motivieren, wenn sie ihnen ein Dach über der Stadiontribüne für den Fall verspricht, dass die 1. Männermannschaft in der gegenwärtigen Spielsaison in die Oberliga aufsteigt. Das wäre im Übrigen, so die Überlegung der SPD, nicht mehr und nicht weniger als " ein weiterer Schritt in Richtung Vollendung des Stadions ".

Schon im Finanzausschuss, der als erster über den Antrag debattierte, blies den Sozialdemokraten starker Gegenwind ins Gesicht. Günter Unnau ( FDP ), dessen Herz nicht weniger heftig für den Lok-Fußball schlägt : Der Gedanke sei ja nicht verkehrt, " aber was, wenn wir nicht Erster, sondern nur Zweiter werden ?" Adolf Gröger ( Bündnisgrüne ) hielt die Verknüpfung mit dem möglichen Aufstieg " für daneben ". Vom Dach hätten schließlich die Zuschauer etwas, und nicht die Spieler. Sein Rat : " Umformulieren !" Christian Isensee ( CDU ) stellte die heikle Frage : " Über welche Summen reden wir eigentlich ?" Er schaute in die Runde des Finanzausschusses und erblickte Ratlosigkeit.

Heinz-Jürgen Twartz ( CDU ) legte noch eins drauf : " Der Antrag enthält keinen Deckungsvorschlag, woher das Geld kommen soll. So kann man das nicht beschließen. " Er rechne mit Kosten von einigen hunderttausend Euro. Die Verwaltung solle sich um Sportstättenfördermittel bemühen.

Daraufhin nahm die SPD ihren Antrag zurück, um ihn umzuschreiben. In der vergangenen Woche im Hauptausschuss zog ihn Fraktionsvorsitzender Reiner Instenberg nun ganz und gar aus dem Verkehr. Die Verquickung von Aufstieg und Dachgeschenk sei wohl doch nicht so glücklich gewesen. Ein bisschen verwundert zeigte sich Instenberg, dass " ausgerechnet bei der Tribüne " so hart nach der Finanzierung gefragt wird. Viele andere Vorlagen, etwa teure Zuschüsse für die Sanierung von Kindertagesstätten freier Träger oder Entschädigungssatzungen für die Ortsbürgermeister und Ortschaftsräte, die ebenfalls Hunderttausende kosten, würden glatt und ohne große Nachfragen durchgehen. " Das Prinzip, die Finanzierung zu hinterfragen, muss immer gelten ", forderte der SPD-Fraktionschef nicht zu unrecht.

Vom neuen Tribünendach will indes keiner so richtig lassen. " Ist denn noch Spielraum im Haushalt 2010 ?", fragte Instenberg. Das weiß natürlich heute noch keiner. Doch auch Oberbürgermeister Klaus Schmotz meint, das Stadion müsse mal zuende gebracht werden. " Eventuell 2010 unter Haushaltsvorbehalt. "