Uchtspringe. Kalt war es in der neogotischen Kirche in Uchtspringe. Dennoch füllten sich die Bänke rasch. Gottesdienstbesucher aus Uchtspringe, Börgitz und Umgebung trafen am späten Nachmittag des Heiligabend im Gotteshaus ein. Vor Festmahl und Bescherung wollten sie an der Christvesper teilnehmen und dem Krippenspiel zuschauen. Letzteres haben Mitglieder des Kirchspiels Staats und Einwohner unter der Leitung von Christine Nawrath-Rehbein einstudiert.

Das besondere am Uchtspringer Krippenspiel : Es sind nicht, wie meist üblich, Kinder, die im Altarraum die Weihnachtsgeschichte lebendig werden lassen. In Uchtspringe schlüpfen auch Erwachsene in die Rollen von Maria, Josef, den Hirten und den Heiligen Drei Königen. Nicht zu vergessen ist die Rolle des Engels, der die freudige Weihnachtsbotschaft verkündet.

Aber das sind nicht die einzigen Protagonisten. Die Weihnachtsgeschichte ist eingebettet in eine Rahmenhandlung : Der Enkel sitzt am Computer. Es ist Weihnachten, und die Großmutter möchte ihn abholen, um Weihnachten zu feiern. Darauf hat der Jugendliche aber " keinen Bock ". Die Großmutter versteht es, sich auf die Ebene ihres Enkels zu begeben, um ihm einen Teil ihrer Werte zu vermitteln : Sie fragt, was er da eigentlich mache. Der Enkel erklärt ihr den Computer und zeigt ihr das Internet. Auf Großmutters Wunsch gibt er den Begriff " Bethlehem " in die Suchmaschine ein. Während er das Internet erklärt, erfährt er beiläufig selbst mehr und mehr über die Bedeutung des Weihnachtsfestes und gewinnt Interesse. Plötzlich stehen Großmutter und Enkel mitten im Geschehen von Bethlehem, damals, als der Stern über einem Stall aufging.

Großmutter und Enkel sind in der Szenerie des Krippenspiels zwischen der jungen Familie, den Hirten und den Königen aus dem Morgenland zu finden. Ein Ansatz, der vielen jungen Besuchern des Uchtspringer Gottesdienstes gefallen und vielleicht auch dazu beigetragen hat, dass sie sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Gegenwart und Vergangenheit wurden von den Darstellern zusammengebracht.

Die Proben begannen vor einem Monat. Zehn Kinder und Erwachsene spielten das Krippenspiel. Einmal pro Woche trafen sie sich. " Es ist jedes Jahr schwierig, neue Mitspieler zu bekommen ", weiß Christine Nawrath-Rehbein. Die einen haben keine Zeit, regelmäßig zu erscheinen. Andere trauen sich nicht, vor einem Publikum aufzutreten. " Wer Lust hat, im nächsten Jahr mitzuspielen, ist willkommen ", so die Uchtspringerin. Die Termine für die Proben 2010 werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Durch die Heiligabendandacht führte Thomas Rehbein, Vorsitzender des Kirchspiels Staats. Die musikalische Begleitung erfolgte auf der Orgel und der Posaune.

Am ersten Weihnachtsfeiertag waren die Kirchenbänke in Uchtspringe erneut gefüllt. Ein Gottesdienst mit Tee und Keksen fand statt.