Liebe Leserinnen und Leser,

mit einer kurzen Rückschau auf das Jahr 2009 grüße ich Sie auf das Herzlichste.

Vor wenigen Wochen konnten wir ein besonderes Jubiläum begehen – 20 Jahre Mauerfall. Die Medien zeigten bewegende Bilder und schrieben über damals Erlebtes. Auch in unserem Landkreis haben viele Veranstaltungen stattgefunden, die uns an diese mitreißende Zeit erinnerten.

Ich weiß, dass einige von Ihnen mit ihrer derzeitigen Lebenssituation nicht zufrieden sind. Viele von Ihnen haben keinen Arbeitsplatz oder mussten sich dafür entscheiden, über Wochen ihre Familien zu verlassen, um einer Arbeit nachgehen zu können. Wieder andere haben täglich weite Wege zurückzulegen, um den Lebensunterhalt zu sichern.

Der Landkreis hat innerhalb von zwölf Monaten wieder 2000 Einwohner verloren. Insbesondere die jungen Menschen gehen dorthin, wo sie Arbeit finden.

Die Leistungsfähigkeit einer Region ist ein wichtiger Gradmesser, an dem viele Menschen ihre Entscheidung für oder gegen ein Leben in diesem Landesteil ausrichten. Gut ausgebildeteArbeitskräftewiederum sind ein Kriterium, das für den Erhalt und die Neuansiedlung leistungsfähiger Unternehmen eine entscheidende Rolle spielt.

Im Landkreis Stendal richten Politik, Wirtschaft und soziale Einrichtungen viele ihrer Entscheidungen an dieser Zielstellung aus. Kulturträger der Altmark bieten attraktive Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Eine Vielzahl an Vereinen fördert die Bindung der Menschen an ihre Region. Und auch die lokalen Medien tragen nicht unerheblich zur Identifizierung der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat bei. Gemeinsam haben wir besonders in den vergangenen 20 Jahren viel geschaffen. Ich möchte Sie auffordern und bitten, sich auch weiterhin für unseren Landkreis einzusetzen.

2009 war wieder mal ein Superwahljahr. Neben den Kommunal- und Europawahlen im Juni und den Bundestagswahlen im September fanden in den vergangenen Wochen auch die Kommunalwahlen im Rahmen der Gemeindegebietsreform statt.

Mitte kommenden Jahres werden bereits die Vorbereitungen für die Landtagswahlen im März 2011 beginnen.

Sie wissen, dass ich besonders die ehrenamtliche Arbeit schätze. Jeder kann, ob als Stadt- oder Gemeinderat, ob in der Freiwilligen Feuerwehr, im Sport oder Heimatverein, Chor oder Karnevalsklub, wo auch immer sich Möglichkeiten bieten, einen Beitrag dazu leisten, seinen Heimatort und damit unseren Landkreis noch attraktiver und interessanter zu gestalten. Damit können Sie die demografische Entwicklung auch indirekt positiv beeinflussen.

Besonders bewegt hat uns in diesem Jahr das Thema Steinkohlekraftwerk. Es gibt noch viele offene Fragen. Grundsätzlich steht jedoch fest, dass RWE mittelfristig keinen Bauantrag stellen wird. Wir haben Zeit, uns in den kommenden Monaten und Jahren gemeinsam mit der Problematik intensiv auseinanderzusetzen, um eine Lösung zu finden, mit der die Mehrheit der Bevölkerung leben kann.

Ihr Landrat

Jörg Hellmuth