Das Einwohnermeldeamt der Stadt Stendal ist am Montag, 4. Januar, ganztägig geschlosen. Als Gründe teilt die Stadtverwaltung die Umbenennung in Hansestadt Stendal und die Bildung der Einheitsgemeinde mit. Was passiert an diesem Tag im Amt ? Warum machen Hansestadt und Eingemeindung so viel Arbeit ? Die Volksstimme stattete den Mitarbeiterinnen gestern einen Besuch ab.

Stendal. Auch wenn ihr Amt am Montag geschlossen hat – über Mangel an Arbeit werden sich Marianne Holle, Stefanie Klewenow und ihre Kolleginnen nicht beklagen müssen. Der erste Arbeitstag im neuen Jahr ist für sie der Tag der großen Umstellung. Die Stadt Stendal macht gleich zwei Metamorphosen durch : Aus ihr wird die Hansestadt Stendal, die gleichzeitig ins Umland expandiert. Zehn der 13 Gemeinden der bisherigen Verwaltungsgemeinschaft Stendal-Uchtetal gehören dann als Ortsteile der Stadt an.

Solche Veränderungen sind meldetechnisch von höchster Relevanz. Wer bisher in Nahrstedt wohnte, lebt nun im Ortsteil Nahrstedt der Hansestadt Stendal. " Wenn Bürger Bescheinigungen brauchen wie Urkunden, Bescheide oder andere Papiere, dann müssen wir sie bis zum 31. Dezember in der alten Fassung ausdrucken ", erläutert Stadtsprecherin Sybille Stegemann. " Ab dem 5. Januar aber nur noch als Hansestadt Stendal. "

Diese grundlegende Umstellung des Melderegisters, die Zeit und Ruhe erfordere, findet am 4. Januar statt. Viel Arbeit kommt an diesem Tag neben den Mitarbeiterinnen des Einwohnermeldeamts auch auf Doris Barniske zu, die als Sachgebietsleiterin Datenverarbeitung für die Rechentechnik der Stadtverwaltung zuständig ist. Immerhin muss, quasi auf einen Schlag, für 43 000 gemeldete Männer, Frauen und Kinder in der bisherigen Stadt und Verwaltungsgemeinschaft der Wohnort geändert werden. " Ein Problem ist zum Beispiel : Wir müssen ausschließen, dass in dieser Zeit Meldevorgänge offen bleiben ", sagt Doris Barniske. Hinzu komme eine nationale Komponente : Die bundesweite Vernetzung der Melderegister der Kommunen muss auf den aktuellen Stand gebracht werden. Die Softwarefirma, die die Rechentechnik der Stadtverwaltung als Dienstleister betreut, hat sich den 4. Januar in der Zeit zwischen 16 und 18 Uhr ausgesucht, um die " entscheidenden Hebel " umzulegen.

Alles in allem : An diesem Tag ist im Einwohnermeldeamt keine Zeit für Publikumsverkehr, zumal die amtsüblichen Dienstleistungen aus eben beschriebenen technischen Gründen ohnehin nicht zur Verfügung stehen. Allerdings ist der Service-Punkt im Rathaus für Beratungen und Auskünfte von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Zur Einheitsgemeinde Hansestadt Stendal, die auf eine großstadtähnliche Fläche von rund 220 Quadratkilometern anwächst, gehören ab 1. Januar 2010 neben Stendal und seinen bisherigen fünf Ortsteilen die Noch-Gemeinden Buchholz, Groß Schwechten, Heeren, Möringen, Nahrstedt, Staats, Uchtspringe, Uenglingen, Volgfelde und Wittenmoor mit ihren Ortsteilen. Dahlen, Insel und Vinzelberg werden später zugeordnet.