Stendal ( uha ). Zur derzeit laufenden Sonderausstellung im Winckelmann-Museum referierte am Sonnabend Prof. Dr. Max Kunze über Begräbnisformen der Etrusker. Seine mit Bildmaterial versehenen Ausführungen machten die Besucher mit Sitten und Gebräuchen des antiken Volkes zwischen 900 und 300 vor Christi bekannt.

Die Ursprünge gehen auf die Kultur der Velanower zurück. Hier im Norden fanden sich erste Urnen, die auf Feuerbestattungen hinweisen. Sie erhielten bald menschliche Außenformen und wurden in so genannte Throne gesetzt als Ausdruck der Hochachtung für die Verstorbenen.

Mit fortlaufender Zeit kamen immer mehr Grabbeigaben dazu, die dem Kult huldigen, dass die Verstorbenen im Jenseits wie hier auf Erden weiterleben und die Beigaben dazu brauchen.

Zum Süden hin fand man Hinweise auf Erdbestattungen. Hier entstanden Totenstädte mit gewaltigen Grabhäusern in Form von Hügelausgrabungen und Erhebungen.

Prunkvolle

Sarkophage

In die Gräber führten in nordwestlicher Richtung Gänge zu den eigentlichen Grabkammern. Die Richtung wurde durch die Himmelsrichtung bestimmt, in der man die Totengötter ansiedelte. Die Grundrisse erinnern an römische Atriumhäuser. Je nach Herkunft entstanden größere und kleine einfache Grabhäuser. In der Folge wurden hier nicht nur Einzelpersonen bestattet, sondern ganze Familien mit ihren Bediensteten beigesetzt.

Die Sarkophage erhielten zum Teil prunkvolle Deckelskulpturen mit Nachbildungen der Verstorbenen. Außerdem standen in den Gräbern Personennachbildungen, ausgestattet mit echtem Haar und Textilbekleidung. Diese zerfielen im Laufe der Jahrhunderte, so dass heute nur noch die darunter angebrachten Stützelemente Auskunft über Ursprüngliches erteilen, und Rückschlüsse auf Leben und Kultur dieser antiken Volksgruppe zulassen.