Mit bis zu 40 000 Euro unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierungsarbeiten am Bismarckschen Herrenhaus in Briest. Ortskurator Dr. Volker Stephan sagte bei der Übergabe des Fördervertrages vor Ort : " Dieses Vorhaben ist für Sachsen-Anhalt eine große Besonderheit und für unseren Bereich einzigartig als Renaissanceschloss, das bis heute erhalten ist. "

Briest. Seit 1998 wird am Briester Herrenhaus aus der Spätrenaissance im 16. Jahrhundert gebaut, in den vergangenen Jahren besonders intensiv. Inzwischen ist die Außenhülle des Briester Schmuckstücks weitestgehend saniert, die Dächer nach historischen Vorlagen wieder hergestellt. Hilfe gab es dabei auch von der Denkmalpflege des Landes und Lotto-Toto, berichtet die Hausherrin Maren von Bismarck.

600 Jahre

alter Familienbesitz

Die Familie von Bismarck hatte den alten Familienstammsitz, der von 1345 bis 1945 in ihrem Besitz war, nach der politischen Wende zurückgekauft, um die Familientradition auf dem alten Rittergut Briest fortzuführen. " Gerade solche Beziehungen zur Geschichte lebendig zu halten, ist ein Anliegen unserer Stiftung ", sagte Dr. Volker Stephan vor Ort, und : " In Verbindung mit dem wunderschönen Park ist dieses Ensemble ein wahres Kleinod, das auch gerne als Schloss im Grünen bezeichnet wird. " Geplant ist, nach Fertigstellung des Hauses auch den schaumburgschen Landschaftspark nach alten Vorlagen wieder herzustellen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich mit dem Fördervertrag an der Sanierung des Gewitterturms, der, im Gegensatz zum Rest des Fachwerkgebäudes, in massiver Bauweise errichtet worden war und eine besondere Bedeutung für das Schloss hat. " Der Bauherr hat damals festgelegt, dass es pro Geschoss mindestens einen massiv gebauten Raum geben musste, in dem wertvolle Gegenstände und Dokumente aufbewahrt werden konnten. Denn der Rest des Hauses war aufgrund seiner Bauweise leicht entflammbar ", erklärt Maren von Bismarck. Bei Gewittern oder in Kriegszeiten wurde also der Gewitterturm zum sicheren, abschließbaren Hort der Wertgegenstände. Seine Dachspitze wird bereits im Rahmen eines vorzeitigen Maßnahmebeginns erneuert, in Kürze soll das Dach wieder mit Schiefer eingedeckt sein.

Die Entscheidung, das marode Haus, das zu DDR-Zeiten als Verkaufsstelle und für Wohnungen genutzt worden und völlig heruntergewirtschaftet war, zu restaurieren, sei auch aus der Liebe zur alten Heimat heraus entstanden, sagt Maren von Bismarck. Ihr inzwischen verstorbener Mann Friedrich wurde selbst noch in Briest geboren, ihre Schwiegereltern heirateten und lebten dort.

Ausstellung zur

Familiengeschichte

Das Schloss soll künftig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, aber auch eine Ausstellung der Familiengeschichte enthalten. Wann es fertig sein wird, kann Maren von Bismarck noch nicht sagen. Inzwischen sind rund eine Million Euro investiert worden, zu Beginn der Planungen sei man von 3, 6 Millionen ausgegangen, aber bis zum 200. Geburtstag Ottos von Bismarck im Jahre 2015 soll das Haus soweit nutzbar sein, dass die Wiedereinweihung gefeiert werden kann.

Briest ist eines von insgesamt 470 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt und reiht sich in diesem Jahr neben dem neuen Wasserturm in Dessau, St. Martini in Stolberg und dem Torwächterhaus in Salzwedel ein. Die private Stiftung wird dabei von der Glücksspirale bedeutend unterstützt.