Stendal. Mit der Leiterin der Musik- und Kunstschule in Stendal, Maike Schymalla, und Domkantor Johannes Schymalla leben in Stendal zwei miteinander verheiratete Konzertpianisten, die neben der Orgel auch dieses Instrument virtuos beherrschen. Beide Künstler gaben am Sonntag im Cordatussaal des Doms einen Klavierabend, bei dem sie abwechselnd allein oder vierhändig spielten.

Mit Francois Paulencs Spätwerk " Sonate für vier Hände " bekundete der Komponist sein Streben nach der großen geschlossenen Form. Im langsamen Teil erinnert das Werk an die sakrale Musik des Meisters, mit der er die geistliche Musik Frankreichs im 20. Jahrhundert belebte.

Beide Solisten bewiesen hier bereits ihr harmonisch aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel im Interesse des Werks.

Robert Schumanns " Kinderszenen " setzte das Programm fort. Maike Schymalla spielte die Miniaturen, die im Verlauf der Musikgeschichte schon Streit und Polemik ausgelöst haben, mit fast übermütig rasantem Tempo, virtuos und konturiert. Bei " Glücks genug " ging ihr Spiel unter dem Ansturm furioser Interpretation etwas zu Lasten der romantischen Aussage des Stücks. Im Ganzen aber überzeugte die Solistin durch ihr Spiel. Claude Debussys " Petite Suite " führte wieder beide an das Instrument, dem sie die Schönheit der expressionistischen Aussage der Komposition entlockten.

Felix Mendelssohn-Bartholdys " Variationes serieuses " setzte der Komponist der damals herrschenden Mode virtuoser Klanginterpretationen bestimmter Themen seine Position entgegen. Aus der Melodie der Vorgabe ohne große Stimmungskontraste, leitet er reich aufblühende Variationen ab. Johannes Schymalla spielte diese geradlinig und technisch perfekt aus, inhaltlich bemüht, in den Gedankengehalt des Komponisten einzudringen.

Dieter Goebel-Berggold steuerte zum Konzert zwei kleine Stücke für das vierhändige Spiel bei. Das " Finale " wirkte erheiternd, auch durch den belustigenden Wechsel der Spielerpositionen von der einen zur anderen Seite nach gemeinsamem Lauf über die Klaviatur.

Mit Claude Debussys " L ´ Isle Joyeuse" interpretierte Maike Schymalla eindrucksvoll und ausdrucksstark die gefühlvolle Komposition des Franzosen.

Die Ouvertüre zum Nussknackerballett Tschaikowskis bildete den harmonischen Abschluss vierhändig. Als Dank für die herzliche Aufnahme ließen beide noch Johannes Brahms ‘ Liebesliederwalzer folgen.