Stendal ( ri ). Über die ersten Monate der Freiwilligendienste in Stendal hat sich gestern Ministerialdirektor Dieter Hackler, Leiter der Abteilung " Ältere Menschen " im Bundesfamilienministerium,

informiert. Im Mai war die Modell-Initiative mit Unterstützung des Bundes unter dem Dach der Bürgerinitiative Stendal ( BIS ) an den Start gegegangen. Hackler : " Der Grund, die Stendaler zu unterstützen, ging damals auch darauf zurück, dass die Kommune hinter dem Vorhaben steht. " Hinter dem Vorhaben, die Talente von Menschen zu nutzen, die ansonsten oft keine Möglichkeit gefunden hätten, mitzuwirken.

Was die Stadt Stendal angeht, sind inzwischen 27 Freiwillige an 13 Einsatzstellen beschäftigt – mindestens ein halbes Jahr, mindestens acht Stunden pro Woche. Sie bekommen für ihre Arbeit Qualifizierungen, sind in der Dienstzeit versichert – und haben seit einem halben Jahr rund 2200 Einsatzstunden geleistet.

Beispiel Juri-Gagarin-Grundschule : Die ist mit fünf Freiwilligen der größte Nutznießer des Projekts. Schulleiterin Monika Teichert berichtet davon, dass es jetzt mehr Arbeitsgemeinschaften gibt, dass es individuelle Förderung im Sportunterricht gibt – für Talente ebenso wie für diejenigen mit motorischen Problemen. " Das ließe sich sonst nicht leisten ", erklärt die Pädagogin. Vorteil in diesem Falle : ein diplomierte Sportlehrer aus der Ukraine hat so zurückgefunden zu seinem Steckenpferd – der Jugend den Sport nahezubringen. Marion Mohr von der BIS : " Freiwilligenarbeit hilft eben auch gegen Vereinsamung und Isolation. "

Oberbürgermeister Klaus Schmotz erklärte zum Abschluss des Gedankenaustauschs, dass er beispielsweise eine Idee aus Bonn aufnehmen wolle : Dort werden aus dem Dienst ausscheidende Mitarbeiter der Stadt explizit dazu angeregt, sich weiterhin einzubringen – beispielsweise in Form eben solcher Freiwilligendienste.