In Tangermünde regiert wieder die Narrenschaft. Seit Sonnabend 11. 11 Uhr ist das besiegelte Sache. Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz gab den Schlüssel ab, den symbolischen. Prinz Dirk I. und dessen Prinzessin Mandy I. nahmen ihn an sich. Allerdings ist ihre Herrschaftszeit begrenzt : Am Aschermittwoch ist ja bekanntlich alles vorbei.

Tangermünde. " Rudi, rück den Schlüssel raus " – mit diesem Schlachtruf wurde Bürgermeister Rudolf Opitz am Sonnabend von den Mitgliedern des Tangermünder Carnevalvereins ( TCV ) dazu aufgefordert, den symbolischen schmiedeeisernen Schlüssel abzugeben. Das tat er natürlich auch ohne zu zögern. Schließlich weiß Tangermündes Stadtoberhaupt, dass in der Vergangenheit immer als gutgegangen ist. Auch wenn er offiziell die Regentschaft ans Narrenvolk abgegeben hat, so wird er dennoch in den nächsten Wochen und Monaten in seinem Amtszimmer sitzen bleiben, Entscheidungen treffen und Unterschriften geben dürfen und müssen.

" In Tangermünde ist das so, das Narrenspiel macht alle froh " lautet das Motto der 31. Session des TCV. Mit einem bunten Umzug durch Tangermünde lockten die Narren am Sonnabend alle Freunde dieses Genres auf die Straße. Einige von ihnen ließen sich an diesem fast frühlingshaften Tag davon leiten. Andere warteten bereits in der Innenstadt auf die Ankunft von Elferrat und Funkengarde.

Nachhaltige Wirkung

des süßen Regens

Und sie kamen – auf einem Lkw, im Auto, mit dem Rad oder zu Fuß. Niemand, der am Straßenrand stand, lief Gefahr, deren Ankunft zu verpassen. Denn die war mehr als nur eine Augenweide, mehr als eine herzerfrischende Abwechslung im grauen November. Die Ankunft der TCV-Narren war außerdem sehr einprägsam und nachhaltig. Nicht nur kleine, kunterbunte Bonbons wirbelten durch die trockene Luft und landeten in Kinderhänden, Rollatorkörben, auf Gehweg und Straße. Zwischendurch griffen die blau-weiß gekleideten Damen und Herren des Narrenvereins zu ganz hinterhältigen Kalorienbomben. Nicht, dass diese bei Genuss sofort den Hosenknopf verdrängt hätten. Die Geschosse im Riegelformat ließen unverzüglich den Kopfumfang anwachsen. Zuschauer mit wenig Deckhaar und in genauer Schusslinie zogen ganz sicher mit einer kunterbunten Beulenpracht von dannen. Allerdings darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass sich diese süßen Gaben wesentlich besser fangen lassen als winzige Bonbons.

Für die Zukunft ist daher empfehlenswert, mit Schutzhelm, Hut oder aufgespanntem Netz am Straßenrand Spalier zu stehen. Das ist sicherer für den Kopf und auch effektiv für alle, die mit vollen Taschen nach Hause gehen möchten.

Funken-T änze und

samtige Quadrille

Eine kleine Entschädigung für die geschundene Kopfhaut lieferten wenig später die farbenprächtigen Tanzgruppen, die am Sonnabend den TCVAuftritt in der Stadt begleiteten. Zunächst zeigten die Mini-Funken des TCV ihr Können und präsentierten eine Choreografie auf dem Marktpflaster. Dann wirbelten die Blauen Funken durch die Novemberluft. In grüne und weinrote Samtkostüme gehüllt, führte die Tanzgruppe des Heerener Vereins " Treuer Husar " die Tangermünder Quadrille auf – ein Tanz, der vom Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.

Noch im November werden die TCV-Mitglieder für ein turbulentes Wochenende in der Stadt sorgen. Am 28. und 29. November findet hier das 20. Präsidententreffen statt. Präsidenten von 60 Karnevalvereinen Sachsen-Anhalts kommen hier zusammen. Aus diesem Anlass findet am 28. November um 19. 19 Uhr eine Altmark-Gala im Elbpark statt. Neun Vereine der Region gestalten gemeinsam ein Programm. Karten in nur sehr begrenzter Zahl sind noch im Rosengarten zu bekommen.

Prunksitzungen des TCV in dessen 31. Session finden am 6. und 13. Februar jeweils um 19. 19 Uhr statt. Die Prunksitzung für die Senioren ist für den 7. Februar um 15. 15 Uhr geplant. Auch eine Weiberfastnacht wird es wieder geben – am 12. Februar.