Von den verbliebenen Wohnblocks in Stendal-Süd kommt ein großer Teil erneut in die Zwangsversteigerung. Als Termin dafür ist die Mitte des kommenden Jahres wahrscheinlich. Für die Mieter ändert sich mit den neuen Eigentumsverhältnissen nichts.

Stendal. Für die Mieter in Süd bleibt alles beim Alten – außer, dass ihre Hoffnungen auf einen Aufschwung des Viertels zumindest einen argen Dämpfer erhalten haben dürften. Sie können in ihren Wohnungen bleiben, an den Mietverträgen ändert sich nichts. Das bestätigte gestern Justizsprecher Dr. Michael Steenbuck auf Nachfrage der Volksstimme.

Anlass für diese Nachfrage : Auch in der Nacht zum gestrigen Donnerstag waren keine 2, 393 Millionen Euro beim Stendaler Amtsgericht eingegangen. Das ist der Betrag, der noch offen war nach der Zwangsversteigerung im Juli. Damals hatten in der dritten Runde Investoren aus Baku und Istanbul den Zuschlag für Blöcke in Stendal-Süd erhalten, hatten ambitionierte Ideen von preiswertem Wohnraum – saniert unter Beteiligung von Menschen aus Süd – verkündet. Bei einem Sommerfest hatten die Mieter dieses neue Kapitel im kommunalpolitisch abgeschriebenen Viertel geradezu euphorisch aufgenommen.

Steenbuck erklärt : " Der Ersteigerer hat den einen, kleineren Teil bezahlt. Für diese Häuser ist die Sache also erledigt, die sind jetzt sein Eigentum. " Für die anderen hatten die neuen Eigentümer um einen Zahlungsaufschub gebeten. Der verstrich jetzt, so dass automatisch eine neue Zwangsversteigerung ansteht. Termin : voraussichtlich Mitte 2010.

Sollten die Investoren noch Interesse an den Gebäuden haben, dann müssten sie sich dort wieder um einen Zuschlag bemühen. Die Gläubiger – darunter ist wegen nicht gezahlter Steuern inzwischen auch die Stadt – können die Mieteinnahmen der zu versteigernden Häuser pfänden lassen. " Das allerdings hat keinen Einfluss auf Miethöhe und Mietbedingungen ", betont Steenbuck. Was allerdings durchaus nicht bedeutet, dass dieses Geld dann nicht an Stellen fehlt, an denen jetzt Instandsetzungsarbeiten geplant waren.

Der mit der Verwaltung beauftragte Rechtsanwalt aus Stuttgart erklärte auf Nachfrage, dass die Hausverwaltung aller Häuser in Stendal-Süd wie gewohnt fortgesetzt werde. Auskünfte zu den Umständen der nicht eingegangenen Zahlungen zu dem jetzt erneut zur Versteigerung anstehenden Paket an Plattenbauten erteilte er nicht.