Stendal. Einen ausgewiesenen Experten und Streiter für den Schutz der Elbe hat die Bürgerinitiative ( BI ) gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks Arneburg für eine Vortragsveranstaltung gewinnen können, zu der am Montag, 23. November, um 19 Uhr in den Tangermünder Grete-Minde-Saal eingeladen wird.

Dr. Ernst Paul Dörfler, Leiter des BUND-Elbeprojekts und Autor des Buches " Wunder der Elbe ", wird den Gästen des Abends die Schönheit und Bedrohtheit des weitgehend naturbelassenen Flusses nahebringen.

Warum gerade die Kraftwerksgegner diese Veranstaltung organisierten, erläutert Dr. Eberhard Puls, Mitglied der BI : " Es ist das erklärte Ziel von RWE, Kohle, Petrolkoks und möglicherweise auch andere ‚ Brennstoffe ‘ wie Hausmüll über den Wasserweg heranzuschaffen. Für den Transport dieser Massengüter würden Frachtschiffe mit 1300 Tonnen Ladung eingesetzt werden. " Solche Pläne gingen konform mit Überlegungen der gerade erst abgewählten schwarz-roten Bundesregierung, die Elbe durchgängig auszubauen. Dabei, so Dr. Puls, sei in einem " internen Arbeitspapier " der alten Bundesregierung von Tauchtiefen bis zu 2, 80 Meter die Rede gewesen. Ein solcher Elbausbau käme " einer Einmauerung des Flusses " nahe und wäre ohne Staustufen nicht realisierbar.

Zwar gehe die sachsen-anhaltische Landesregierung im Landesentwicklungsplan von einer fast ganzjährige Befahrbarkeit der Elbe mit Tiefen von nur 1, 60 Metern aus. Aber auch das sei nur durch umfangreiche Verschotterungen der Ufer zu erreichen. In deren Folge würde es zu einer Vertiefung des Flussbettssohle und damit verbunden zur Absenkung des Grundwasserspiegels kommen. Auenwälder und Altgewässer drohten dann, auszutrocknen, befürchtet Dr. Puls.

Die Bürgerinitiative wende sich nicht grundsätzlich gegen die Elbeschifffahrt, nur müsse sich die dem Fluss anpassen. Es gehe darum, die Elbe in ihrer jetzigen Schönheit und mit ihren geschützten Biosphärenreservaten zu erhalten. Um für dieses Ziel zu sensibilisieren, soll der Vortrag von Dr. Ernst Paul Dörfler am 23. November in Tangermünde ein Beitrag sein.