Stendal ( ro ). Ex-Intendant Markus Dietze hat das Budget des Theaters der Altmark um rund 300 000 Euro überzogen. Dieses Loch muss die Stadt Stendal als Träger jetzt stopfen. Bei einer Enthaltung befürwortete der Finanzausschuss am Dienstagabend, den Fehlbetrag der Rücklage, also dem Sparstrumpf der Stadt, zu entnehmen. Darüber müssen noch der Hauptausschuss und am 14. Dezember abschließend der Stadtrat befinden.

Oberbürgermeister Klaus Schmotz begründet das Finanzierungsloch in der Beschlussvorlage mit zwei zentralen Punkten : die Produktion der Oper " Grete Minde ", die Dietze im Sommer dieses Jahres als letzte Arbeit in Stendal zur Tangermünder 1000-Jahr-Feier inszenierte, und die, wie es in der Vorlage wörtlich heißt, " unzureichende planerische Vorsorge für den Ensemble-Wechsel ". Dietze hat mit Beginn der Spielzeit 2009 / 2010 die Intendanz des Stadttheaters Koblenz übernommen und einen großen Teil des Ensembles mitgenommen.

Welche Mehrausgaben im Detail das Loch ins Budget rissen, wird derzeit vom Rechnungsprüfungsamt im Haus an der Karlstraße untersucht. Intendant Dirk Löschner, der das Dietze-Erbe im August übernahm, informierte den Finanzausschuss darüber, dass er vom Oberbürgermeister und der Kämmerin den Auftrag bekommen habe, bis Ende November ein Konzept zu erarbeiten, wie das Defizit in den nächsten Jahren ausgeglichen werden soll. Die Rechnungsprüfer werden ihr Ergebnis voraussichtlich am 30. November im Hauptausschuss präsentieren.

MehrereAusschussmitglieder wie Rita Antusch ( SPD ) und Adolf Gröger ( Bündnis 90 / Grüne ) verlangten, dass der für das Defizit Verantwortliche Rechenschaft ablegen müsse und, falls ihn Schuld treffe, möglicherweise Forderungen an ihn gestellt werden. Das soll vom