Mit 35 Studenten hatte es im Herbst 1999 begonnen. Gestern feierte der Fachbereich Humanwissenschaften der Hochschule Stendal den 10. Geburtstag seines Studiengangs Rehabilitationspsychologie. 500 junge Leute beendeten seitdem erfolgreich ihre praxisnahe Psychologieausbildung.

Stendal. Kein Geburtstag ohne Torte. Für die blau-weiße sahnige Überraschung sorgten gestern die Studierenden des Fachschaftsrats wie Aische Westermann und Martin Kallenbach. Verziert mit einem cremigen Reh – das auch als Hase durchgegangen wäre –, symbolisierte die Torte den bundesweit einmaligen Studiengang Rehapsychologie. In den Pausen der Feier zu seinem 10. Geburtstag wurde sie von den Studenten gemeinsam mit den Dozenten und Verwaltungsmitarbeitern der Hochschule genüsslich verspeist.

Der in der Psychologie-Ausbildung bis dahin häufig fehlende Praxisbezug gehörte zu den Geburtshelfern des Stendaler Studiengangs. Die psychosoziale Versorgung, auch in der Altmark, habe einen großen Bedarf an Fachkräften und damit eine große Aufnahmebereitschaft für Absolventen der Rehapsychologie, sagte Prof. Dr. Wolfgang Maiers, Dekan des Fachbereichs, gestern beim Festakt im Audimax. Der Studiengang sei " konsequent auf den gesellschaftlichen Bedarf zugeschnitten ".

Nachdem der damalige Gründungsrektor Prof. Hans-Jürgen Kaschade die Strukturkommission des Landes von der Notwendigkeit eines psychologischen Studiengangs überzeugt hatte, war Prof. Wolfgang Heckmann der Mann der ersten Stunde der Rehapsychologie in Stendal. Gestern blickte er wie auch Prof. Mark Helle auf die vergangenen zehn Jahre zurück. Anfangs in Fachkreisen verbreitete Vorurteile wie " Schmalspurausbildung " seien, so Helle, ebenso überwunden worden wie die wiederholten Debatten um den Standort Stendal.

Die anfängliche Diplomausbildung der Rehapsychologen wurde 2005 auf Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt.