In der nördlichen Altmark, zwischen Losenrade und Werben, verläuft seit 2004 der Elberadweg. Dass dieser Abschnitt bisher nur die Bezeichnung " Alternativroute " tragen darf, sehen die dortigen Bürgermeister, Gaststätteninhabern und Bettenanbietern als gravierenden Nachteil für die touristische Entwicklung in der Region. Allerdings liegt jetzt der Vorschlag aus dem Wirtschaftsministerium auf dem Tisch, diesen Abschnitt als vollwertigen Elberadweg auszuweisen.

Stendal. " Das wäre blendend. Bestens für uns ", sagt Udo Seidel, Bürgermeister von Schönberg. " Wir befürworten diese Entwicklung und werden uns bemühen, unser Dorf noch attraktiver für die Radtouristen zu machen. " Auch in der Parkgaststätte im Dorf ist man erfreut über die Entwicklung. " Der Elberadweg ist sehr wichtig für Schönberg, denn Fahrradtourismus ist im Kommen ", sagt Inhaberin Gisela Möller.

" Wir begrüßen es sehr, dass wir jetzt den richtigen Elberadweg bekommen ", sagt Sabine Hiller, Bürgermeisterin von Beuster. Die Kennzeichnung als Alternativroute beinhalte eben eine Abwertung. Den Fahrradtourismus sieht Hiller als unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor für Beuster. Alleine die neue Beschilderung reiche allerdings nicht aus. " Geklärt werden muss : Wer ist zuständig für Unterhaltung und Pflege des Radweges ?"

Glücklich über die künftige Ausweisung als Hauptroute wären auch die Zimmervermieter in Beuster. " Sehr gut. Das wird höchste Zeit ", sagt Elisabeth Bremer. " Unsere Region und das ganze Dorf wird damit bekannter ", ist sich Birgitt Lucas sicher. " Bisher kommen die Gäste nur durch Zufall hierher. Ortsunkundige Radfahrer entscheiden sich eben für die rot markierte Hauptroute. "

" Eine der Säulen

des Tourismus in

unserer Stadt "

Auch Losenrade verspricht sich mehr Chancen. " Die Ausweisung als Hauptroute ist sehr wichtig für die Anbieter von Ferienwohnungen bei uns in der Gemeinde und in den Nachbargemeinden ", erklärt Bürgermeisterin Anke Meissner.

Von sehr großer Bedeutung ist diese Entwicklung auch für die Stadt Werben. " Der Fahrradtourismus ist einer der Hauptsäulen des Tourismus in unserer Stadt, " betont Bürgermeister Volkmar Haase. " Wir haben einiges zu bieten und wollen das ausbauen. Mit der Ausweisung als Hauptroute werden mehr Radfahrer nach Werben kommen und in die gesamte Region. "

Thomas Müller, Sachgebietsleiter Straßenbau beim Landkreis, dämpft die diesbezüglichen Erwartungen allerdings erst einmal. " Dazu bedarf es eines Trassenänderungsverfahrens. Ob ein solches Verfahren eingeleitet wird, ist noch nicht entschieden. " Außerdem könnte sich so ein Verfahren über ein ganzes Jahr hinziehen. Der Landkreis habe noch keinen Antrag auf Trassenänderung gestellt.

Von einer Trassenänderung anderer Art könnten Kannenberg, Berge und damit auch Werben betroffen sein. Denn die Empfehlung des Wirtschaftsministeriums, die Hauptroute des Elberadwegs über Werben nach Losenrade zu führen, sieht auch vor, den Elberadweg erstmals ab Büttnershof über Sandau ( Fähre ) nach Havelberg auszuschildern. Die rund zehn Kilometer von Büttnershof Richtung Norden über Kannenberg direkt nach Werben würden damit ihren Status als vollwertigen Elberadweg verlieren und zur Alternativroute abgestuft. Damit aber wäre auch Werben von der direkten Anbindung an den Elberadweg abgeschnitten.

" Keine Abstufung

in einer so

schönen Gegend "

" Werben braucht die gleichwertige Anbindung ", erklärt der Bürgermeister. Er plädiert dafür, den bestehenden Elberadweg über Büttnershof nach Werben nicht abzustufen, sondern beizubehalten und gleichzeitig die direkte Route nach Havelberg über Sandau ( Fähre ) ebenfalls als Hauptroute auszuweisen. Damit, so ist Haase überzeugt, würde die touristische Attraktivität der gesamten Region steigen.

Die jüngste Sitzung des Bauund Verkehrsausschusses des Kreistags, dessen Ergebnis der Werbener Bürgermeister noch nicht kannte, stärkt dessen Position zumindest zum Teil. Thomas Müller sagte der Volksstimme : " Die Abstufung ist lediglich ein Vorschlag. Am Landkreis ist es, daraus etwas Vernünftiges zu machen. Und das wird auf keinen Fall eine Abstufung des Radweges in einer landschaftlich so schönen Gegend sein. Es soll keine Region zusätzlich benachteiligt werden. Diese Haltung trägt der Bau-und Verkehrsausschuss inhaltlich voll mit. "