Im kommenden Jahr zieht der Sparkassencup nach Osterburg. Die 17. Auflage der Veranstaltung wurde zur finalen in Tangermünde. Eine 18. wird es in der Stadt nicht geben. Viel Trauer darum gibt es offenbar nicht. Bürgermeister Rudolf Opitz gibt sich vielmehr gelassen über den Abschied der Großveranstaltung.

Tangermünde / Osterburg. Der Schlusspfiff deutete sich an ; lange vor diesem Sommer. Mit einigem Zähneknirschen hatten die Stadtoberen Tangermündes dem Sparkassencup in diesem Jahr nochmals den Zuschlag erteilt. Das Ende für das Fußballturnier hatten sie dabei längst im Kopf. Es ist besiegelt. Künftig sammelt man sich in Osterburg zu diesem sportlich-kulturellen Jahres-Höhepunkt. " Es ist eine positive Veranstaltung gewesen über Jahre. Aber wir können den Einwohnern das so nicht mehr zumuten ", sagte Tangermündes Bürgermeister Rudolf Opitz der Volksstimme.

Mit " das " meinte Opitz jene Umstände, welche bei dem Fest mit tausenden Besuchern die drei Tage an einem Juni-Wochenende begleiten. Er sprach mehrfach von " Ballermann-Atmosphäre ", von " Party in der ganzen Stadt ", von einem " wilden Oktoberfest im Juni " und einem " Remmidemmi ohne Ende ". Sein Leidensdruck hatte in diesem Jahr offenbar einen Höhepunkt. In den Jahren zuvor hatte man die Sparkassentradition gern genossen.

In solch einem Urteilsumfeld fällt ein Abschied nun wohl leichter. Dennoch will Opitz diese Dinge nicht als ausschlaggebende Absagegründe gelten lassen. Der Termin habe einfach nicht gestimmt, argumentiert er. Den Organisatoren um Marco Hubert von der Sparkasse Stendal wurde nach dessen Angaben lediglich ein Termin für die künftigen Veranstaltungen des Sparkassencups angeboten : das erste Juni-Wochenende. " Das konnten wir nicht machen, da zu diesem Zeitpunkt noch die Fußballsaison in vollem Gang ist und viele, die teilnehmen möchten, dann nicht kommen könnten ", sagt Hubert. Ein späterer Juni-Termin wiederum kam für die Tangermünder nicht infrage.

Man würde nun mal viel Zeit für die Sportplatz-Regeneration benötigen. Im Übrigen seien die Plätze in Tangermünde erst aufwendig hergerichtet worden und brauchten jetzt umso mehr Pflege, wenn dann noch der Sparkassencup hinzukäme, sei das nicht mehr machbar, sagt Opitz. Das Wunschwochenende der Sparkassenleute – 24. bis 27. Juni 2010 – stand insofern nie ernsthaft zur Debatte. Hubert : " Es gab de facto nur ein Termin-Angebot. " Wie nun die Absage an das Turnier die Gastronomie und Hotellerie möglicherweise trifft, vermag Opitz nicht zu deuten. " Das weiß ich nicht ", sagt er einsilbig. Offenbar spielte das kaum eine Rolle in seiner skeptischen Haltung zur Veranstaltung. Dabei hätte ihm eine Stimme aus dieser Branche durchaus helfen können.

Denn auch die Leiterin des Tangermünder Tourismus-Büros, Regine Schönberg, zeigt sich wenig bedrückt vom Abgang des Cups. " Ich sehe das ganz gelassen. Touristisch bekommen wir in Tangermünde die Hotels und Gaststätten auch ohne den Cup ausgebucht. " Überdies hätten die Mannschaften und damit die potenziellen Gäste kaum für Umsatz in den Gaststätten gesorgt. Der hätte beinahe bei " Null gelegen ", weil die Teilnehmer ihre eigenen Bierkästen mitgebracht und ihr eigenes Fest- und Bierzelt am Bleichenberg gehabt hätten. Klagen über zu viel Lärm vom dort angrenzenden Seniorenheim Elbblick seien, sagt Bürgermeister Opitz, jedoch nie gekommen. Es klingt ein bisschen so, als sei er verblüfft darüber. " Mit einem großen weinenden Auge und einem kleinen lachenden nehmen wir Abschied ", sagt er. Opitz vermittelt den Eindruck, als meine er es umgekehrt.