Seit zehn Jahren fördert der Afrikakreis der Evangelischen Stadtgemeinde Stendal Projekte auf dem Schwarzen Kontinent und ist zu einer starken Afrikalobby in der Hansestadt geworden. Am übernächsten Wochenende wird mit einem umfangreichen Programm Geburtstag gefeiert.

Stendal. Mit einer kleinen Gemeindegruppe zur Unterstützung der German Church School in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba hatte es im Jahr 1999 angefangen. Gerhard Reuther, damals gerade Pfarrer an Dom und St. Marien geworden, gehörte zu den Initiatioren und Gründungsmitgliedern des Afrikakreises. 2003 in seine thüringische Heimat zurückgekehrt, wird Reuther beim Afrikanischen Abend am Sonnabend, 24. Oktober, zu den Festrednern gehören.

Mit einem dreitägigen Programm feiert der Afrikakreis am übernächsten Wochenende seinen zehnten Geburtstag ( Ablauf im gelben Infokasten ). " Der Afrikakreis hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu einem regional bekannten Aktionskreis für die Projektförderung in afrikanischen Ländern und als Afrikalobby vor Ort entwickelt ", beschreibt Sprecherin Antje Lawson, was aus der kleinen Gruppe inzwischen geworden ist. Aus Anlass des zehnjährigen Wirkens will der Kreis " all den Menschen danken, die uns mit ihrer Zeit, ihrem Wissen, ihren Spenden und ihrer kritischen Begleitung dabei unterstützen, die erfolgreichen Selbsthilfeprojekte in Äthiopien, Malawi, Ruanda, Togo und andernorts weiter voranzubringen ".

Nach wie vor begleitet der Afrikakreis die German Church School in Addis Abeba. Diese Schule für Kinder der ärmsten Familien aus den Slums – unter den mehr als 1000 Kindern sind viele blinde – nahm bereits 1966 ihren Anfang. Der Unterricht ist kostenlos, die Kinder erhalten täglich eine Mahlzeit – für viele die einzige am Tag – und werden medizinisch betreut. Von 2003 bis 2008 sind über 5000 Euro aus Stendal in die Schule geflossen. Neben diesem Dauerprojekt unterstützt der Afrikakreis viele zeitlich begrenzte Hilfsaktionen. In Togo zum Beispiel erhalten Frauen finanzielle Hilfe bei der Existenzgründung. Der Stendaler Kreis ist am Aufbau eines Testlabors für Malaria, Aids und Hepatitis beteiligt. In Ruanda, in den 90 er Jahren von Bürgerkrieg und Völkermord erschüttert, soll ein Selbsthilfeprojekt Kriegs- und Aidswaisen sowie Straßenkindern eine Zukunft ermöglichen. Eine Tagesstätte für Waisenkinder ist das Ziel finanzieller Hilfen in Lilongwe, der Hauptstadt von Malawi. Und nicht zuletzt kümmert sich der Afrikakreis auch um in Stendal lebende Afrikaner.

Immer wenn in der Hansestadt etwas los ist, ist der Afrikakreis präsent, stellt seine Projekte vor und wirbt um Spenden – beim Rolandfest, auf dem Weihnachtsmarkt, am Bartholomäustag in der Marienkirche, am Tag des offenen Denkmals und an ökumenischen Kirchentagen. " Wir wollen auch deutlich machen, dass Afrika weit mehr ist als Krieg, Hunger und Katastrophen. Und welche Mitverantwortung wir auf der Nordhalbkugel für ein menschenwürdiges Leben im Süden haben ", sagt Antje Lawson.