Stendal. Gleichzeitig mit dem Finale der Festwoche zum zehnjährigen Bestehen des Afrika-Kreises in der evangelischen Stadtgemeinde Stendal stellte sich die Ausstellung " ArMUT und ReICHtum " der Öffentlichkeit in der Stendaler Stadtverwaltung. Eine Bielefelder Gruppe von Schülern deutscher und mosambikanischer Herkunft hatte sich in einem Dreitage-Workshop dem Thema gestellt unter der Prämisse : Mut zum Bekenntnis und eigener Stellungnahme.

Was heißt also Armut im reichen Deutschland ? Sind geldarme Menschen, umgeben von einfühlsamen Freunden, nicht reich ? Beeindruckende Bilder entstanden im Hinblick auf den Einwand : " Zeige ich mit einem Finger auf andere, deuten drei auf mich zurück !" Die Zeugnisse entstanden bei direkten Begegnungen auf der Straße. Hände strecken sich dem Betrachter entgegen, mit tätowierten Inschriften, andere Hände " gefesselt " im Reichtum umhüllend gemeinter, aber eben fesselnder, großer Geldscheine. Straßenzüge aus Beton blicken den Betrachter an – Ausdruck hoher Wohnkultur oder Ghetto ? Die Bewohner bezeugen beide Aussagen.

Für die Schüler wurde der Ausflug in das herausfordernde Thema zugleich auch Auseinandersetzung mit eigenen Lebensgewohnheiten, brachte nebenbei Fähigkeiten und Fertigkeiten im Fotografieren mit sich und bekundete werbend ein warmes Miteinander in einer mitunter abweisend kalten Umwelt.

Die Ausstellung " ArMUT und ReICHtum " wird im Stendaler Stadthaus bis zum 6. November gezeigt. Sie ist auch Bestandteil der interkulturellen Wochen.