Stendal / Prag. " Den Elberadweg können wir nur gemeinsam entwickeln ", sagte Gerhard Schulze, Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Magdeburg, während einer Konferenz unlängst in Prag. Dort hatten die Kammerunion Elbe / Oder, eine Kooperation von 30 Industrie- und Handelskammern aus Tschechien, Polen und Deutschland, und das Generalsekretariat in der IHK Magdeburg eine Konferenz rund um den Elberadweg organisiert. 60 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus Deutschland und Tschechien nahmen daran teil. Darunter waren auch fünf Teilnehmer aus der Altmark : Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, Tourismusinfochef Detlev Tusk aus Havelberg, Wolfram Heldt von der Havelberger Inseltouristik, die Radtourismusbeauftragte des Landkreises Stendal, Simone Tandeck, und Salzwedels IHKGeschäftsführer André Rummel.

Es war der zweite Erfahrungsaustausch, der zusammen mit den tschechischen Kollegen initiiert wurde. Ziel ist die gemeinsame Vermarktung des Elberadwegs, der bis 2020 auch in Tschechien voll ausgebaut werden soll. Die 860 Kilometer Radwanderweg von Cuxhaven bis ins sächsische Schöna sind bereits ausgebaut. Auf tschechischer Seite sollen jedoch noch um die 300 Kilometer dazu kommen. " Ein Drittel ist bereits ausgebaut. Wir wollen unsere tschechischen Partner bei der Entwicklung des Elberadweges unterstützen und eigene Erfahrungen weitergeben ", sagte André Rummel. Neben Finanzierungsfragen, der Beschilderung, dem Marketing und der touristischen Produktentwicklung werden auch die behördlichen Zuständigkeiten erörtert. Weil entlang des tschechischen Elberadweges auch Städte, die vergleichbar mit Havelberg sind, liegen, begleitete der Stadt- und Tourismuschef der Domstadt die Delegation.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Sachsen-Anhalt und die Altmark vom Elberadweg profitieren. Im vergangenen Jahr fuhren knapp 150 000 Touristen den kompletten Elberadweg entlang. Ungefähr 110 Kilometer des Radweges liegen im Landkreis Stendal. Bei durchschnittlichen Tagesetappen von 60 bis 90 Kilometern profitieren daher einige der insgesamt 102 altmärkischenBeherbergungsbetriebe von den Aktivtouristen.

Damit die Zahlen so bleiben und möglichst noch steigen, seien Vermarktungsstrategien über Ländergrenzen hinweg unerlässlich, so André Rummel. Um den deutschen und tschechischen Radlern die Etappen schmackhaft zu machen, hat die Kammerunion Elbe / Oder in diesem Jahr einen Einleger mit dem tschechischen Teil des Elberadweges produziert.

Partner der Kammerunion und Teilnehmer der Konferenz werteten diesen Schritt als Erfolg und wollen die Bemühungen für eine länderübergreifende Vermarktung noch verstärken. Sie verständigten sich darauf, ein einheitliches Handbuch zum Elberadweg zu entwickeln. Gerade im Vorfeld der Bundesgartenschau im Jahr 2015 in Havelberg wäre diese Initiative für die Altmark ein weiterer Pluspunkt. Die nächste Konferenz findet im kommenden Jahr in Dresden statt.