Werner Jacob Senior, Ehrenvorsitzender des Altmärkischen Schaustellerverbandes, und Oberbürgermeister Klaus Schmotz eröffneten am Sonnabend gemeinsam das Oktoberfest auf dem Schützenplatz. Bis kommenden Sonntag, laden Schausteller zu Karusellfahrten, Zuckerwatte und Schießbuden-Besuchen ein – darunter auch Gisela Meyer.

Stendal. Zum ersten Mal seit Jahren steht Gisela Meyer mit ihrem Fahrgeschäft dem " Fliegenden Teppich " beim Stendaler Oktoberfest auf dem Schützenplatz. " Eigentlich meiden wir die Herbstfeste, da das immer ein offenes Geschäft ist. " Vielen Familien würden sich einen Besuch zweimal überlegen, schlechtes Wetter tue dann ein übriges und schon lohne sich das Geschäft nicht. " Aber in diesem Jahr versuchen wir es nochmal. "

Gisela Meyer gehört zu jenen Schaustellern, die bis zum kommenden Sonntag den Schützenplatz zum Rummel werden lassen. Karussells, Berg- und Talfahrten, leckere Naschereien – die Stendaler können sich auf vieles freuen.

Für Gisela Meyer ist die Zeit in Stendal ein kleiner Heimatbesuch. Meyer, geborene Jacob, ist die Schwester des Vorsitzenden des Altmärkischen Schaustellerverbandes Werner Jacob Junior. Geboren wurde die heute 55-Jährige in Klötze. " In Tangerhütte habe ich mein Abitur gemacht und dann meinen Mann kennengelernt. " Ebenso wie ihre Familie gehörte auch die Familie ihres Mannes zu den Schaustellern, und so " ging es für mich auf Reisen ". Nürnberg, Aachen, Hannover – ganz Deutschland hat Gisela Meyer schon gesehen. Doch einmal im Jahr führt sie ihr Beruf noch weiter weg.

" 1991 haben mein Mann und ich den Fliegenden Teppich in Irland gekauft ", erinnert sie sich. Den Stellplatz bei einem irischen Fest in Dublin kauften sie gleich dazu. " Seitdem sind wir ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag bis Mitte Januar in einer Halle in Dublin. " Wenn es um die Frage geht, wo sie ihr zu Hause sieht, gibt Gisela Meyer zwei Antworten.

Zum einen hätte die Familie ein Haus in Halle / Saale. Dort halte sie sich auf, wenn keine Geschäfte laufen. Ist sie unterwegs, ist der Wohnwagen ihre Heimat, zumal ihr Mann und Tochter Annabel samt Freund mit auf Reisen sind. Zeit zum Durchatmen ist jedoch an beiden Wohnorten selten. Zwar habe sie und ihre Familie im Winter etwas weniger auf Reisen zu tun. Doch dann gebe es all das zu tun, was im Sommer warten muss, wie Reparaturen, Vorbereitungen, Besorgungen.

Selbst die Festplätze, die im Herbst und Winter angefahren werden, sind nicht von einem zum anderen Tag aufgebaut. Am Freitagnachmittag kamen bereits die ersten Stendaler in den Genuss des Fliegenden Teppichs. Schließlich eröffnete das Oktoberfest bereits inoffiziell am Freitag. Aufgebaut haben es " ihre Männer ", wie Gisela Meyer sagt, schon seit Montag. Und so hofft sie, dass viele Stendaler dem Wetter ein Schnippchen schlagen und das Oktoberfest in dieser Woche reichlich besuchen. Und danach geht es schon bald auf die grüne Insel – nach Dublin.

Unter der Woche ist der Rummel bis 22 Uhr geöffnet. Auch am Reformationstag steht der Schützenplatz für Besucher offen. Direkt am Eingang wartet sogar ein 100 Jahre altes Riesenrad, das Klaus Schmotz und Werner Jacob Senior bereits breitwillig testeten.