Hennigs von Treffenfeld

  • geboren 1617 oder 1618 in Klinke als Bauernsohn
  • trat während des Dreißigjährigen Krieges in brandenburgische Dienste und wurde 1656 nach der Schlacht bei Warschau zum Major befördert
  • schlug am 30. Januar 1679 nahe Tilsit die schwedische Nachhut und wurde zum Generalmajor befördert
  • starb am 31. Dezember 1688 auf Gut Könnigde

  • Darauf haben Treffenfeldverein und ganz Könnigde lange gewartet : Am 9. September wurde nach über 100 Jahren die Gruft Hennigs von Treffenfelds unter dem Altar der Kirche zu Könnigde geöffnet. Hinter einem massiven Deckstein verbargen sich elf Särge, in denen der brandenburgische Generalmajor und seine Nachkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit ihre letzte Ruhestätte fanden.

    Könnigde. Die Gruft von Generalmajor Hennigs von Treffenfeld und seinen Nachkommen wurde am 9. 9. 09 unter Ausschluss der Öffentlichkeit geöffnet. " Kurz nach 9 Uhr ", präzisiert Harald Schulze, Vorsitzender des Könnigder Heimatvereins " Hennigs von Treffenfeld ". Die Gruft befindet sich seit 1896 unter dem Altar der Kirche zu Könnigde. Bis dahin war die mumifizierte Leiche Treffenfelds im Kirchturm aufbewahrt und konnte dort auch besichtigt werden. Sie soll noch in einem guten Zustand gewesen sein, nur der " weiche Teil der Nase ist eingefallen ", so laut Schulze die Überlieferung.

    An der Öffnung der Gruft waren neben Harald Schulze und Elke Freivogel ( Bürgermeisterin und zugleich Vorsitzende Gemeindekirchenrat ) auch Steinmetz Jens Eichenberg aus Kalbe, Pfarrer Roland Jourdan aus Poritz und Bestatter Horst Weingart aus Gardelegen beteiligt. Die Gruft war mit einem massiven Deckstein verschlossen, auf dem zu lesen ist : " Hier ruhen Hennigs von Treffenfeld und seine Nachkommen. " Nachdem der Steinmetz den Deckstein entfernt hatte, konnte die Gruft erstmals nach über 100 Jahren betreten werden.

    Großer Eichensarg deutet auf Treffenfeld

    In dem drei mal vier Meter großen Raum stießen die Anwesenden auf acht große Särge und drei Kindersärge. Ein 2, 35 Meter großer Eichensarg deutet aufgrund seiner Ausstattung ( mit Stoff bespannt, Beschläge ) darauf hin, dass es die Ruhestätte des berühmten altmärkischen Reitergenerals ist. " Mit Sicherheit können wir das natürlich nicht sagen ", erklärte Elke Freivogel. Die Wahrscheinlichkeit sei aber sehr groß. Der Deckstein war vermörtelt, und nichts hätte darauf hingewiesen, dass die Gruft in den vergangenen 113 Jahren geöffnet wurde. Die Särge wurden auch jetzt nicht geöffnet.

    " Darauf haben wir lange hingearbeitet ", stellte Harald Schulze mit Stolz und Freude fest. Der 1998 gegründete Treffenfeld-Verein hat sich unter anderem als Ziel auf seine Fahnen geschrieben, " die Gebeine des mumifizierten Feldherren in der Könnigder Kirchengruft wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen ". Ein erster Schritt ist damit getan.

    Elke Freivogel hält in dieser Hinsicht den Ball flach. " Es ist für das ganze Dorf eine bedeutsame Sache ", so Freivogel. " Jetzt lassen wir aber erst einmal die ganze Angelegenheit sacken. " Die Öffnung der Gruft gehört zu einem derzeit laufenden Leader-Projekt der Kirchgemeinde. In dem Rahmen soll die Gruft jetzt vor allem aufgeräumt werden. Ein Gitter wird den Zugang zur Gruft verschließen. Besucher haben die Möglichkeit, durch das Gitter einen Blick auf die Särge zu werfen.

    Am Dienstag hatten auch erstmals die Mitglieder des Könnigder Treffenfeld-Vereins die Möglichkeit, die Gruft zu besichtigen. Bei der Gelegenheit übergab der Heimatverein 1500 Euro an die Kirchgemeinde. Die Gemeinde Könnigde steuert 2500 Euro bei. Beide Summen bilden den Grundstock für den Eigenanteil am Leader-Projekt.

    Öffnung der Gruft ein Leader-Projekt

    Die Gesamtkosten belaufen sich auf 40 000 Euro, Fördermittel fließen in Höhe von 16 500 Euro. Weitere Eigenmittel werden laut Elke Freivogel über Spenden und eigene Mittel der Kirche die Finanzierung absichern. Neben der Öffnung der Gruft gehören zu dem Projekt auch neue Treppen und das Einrichten einer Winterkirche unter der Empore.