Bereits seit 2008 ist überregional im " Feuerwehrleitbild " die sogenannte Feuerwehr-Rente festgeschrieben. Im Finanzund im Hauptausschuss ist diese nun auch in Stendal bereits politisches Thema gewesen, der Stadtrat entscheidet am 2. November darüber, wie auch Aktiven der Stadtund der Ortswehren mit einem Zuschuss ihr ehrenamtlicher Dienst versüßt werden könnte.

Stendal. Dass den Opfern von Unfällen geholfen wird, das Keller ausgepumpt und dass bei Stürmen die Straßen freigeräumt werden – das und noch viele andere Dienste zum Allgemeinwohl fallen mit in den Aufgabenbereich der Feuerwehren. Deren Arbeit ist zumeist ehrenamtlich – so auch in Stendal und in den Ortschaften rund um die Hansestadt.

Damit dieser Dienst an der Gemeinschaft für die Aktiven attraktiv ist, soll auch eine Feuerwehr-Rente dienen. Diese Erfindung ist nicht ganz neu, steht als Ziel bereits seit 2008 im Feuerwehrleitbild für Sachsen-Anhalt. Entwickelt worden ist daraufhin von den Öffentlichen Versicherungen in Sachsen-Anhalt ein Modell, bei dem die Feuerwehrleute den Zuschuss der Kommunen aufstocken können, um als Rentner dann mehr Geld in der Geldbörse zu haben. Daraus würde sich ein Zuschlag zu dem Geld ergeben, das von der gesetzlichen, der betrieblichen und privaten Rentenversicherung ausgezahlt werden soll.

Für Stendal hat die Stadtverwaltung ausgerechnet, dass ein Zuschuss von acht Euro aus dem Stadtsäckel monatlich möglich wäre. Wer mit 20 Jahren als Feuerwehrmann beginnt, dieses Geld einzuzahlen, käme ab einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren zwischen mehr als 30 und knapp 70 Euro pro Monat zur eigentlichen Rente dazu. Keine Reichtümer sind das freilich, die sich da im Laufe der Jahre ergeben – immerhin aber eine Anerkennung für die in der Vergangenheit geleistete Arbeit. Stendals Feuerwehrchef Michael Geffers macht klar, warum die Feuerwehrrente sinnvoll ist : " Derzeit ist unsere Freiwillige Feuerwehr gut besetzt. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Und angesichts der demographischen Veränderungen müssen wir jetzt den Feuerwehrdienst so attraktiv gestalten, dass uns nicht irgendwann die Feuerwehrleute fehlen. " Die Feuerwehrrente kann also ein Baustein in diesem Spiel sein.

Während der Hauptausschuss Anfang der Woche diesen Vorschlag ohne weitere Diskussionen durchgewinkt hat, gab es im Finanzausschuss ein paar Tage zuvor noch Bedenken : Kann sich denn die Stadt so etwas überhaupt leisten ? Die Kassen der Kommune sind chronisch klamm – ein Zustand, der sich auf absehbare Zeit kaum verbessern dürfte. Und wer will den Feuerwehrleuten schon Zuschüsse versprechen, die er am Ende nicht zahlen kann ?

Immerhin würde bei einem städtischen Zuschlag von acht Euro für die Feuerwehr-Rentenbeiträge pro Jahr bis zu 40 000 Euro fällig. Letztlich aber haben sich die in diesem Geld-Gremium die Kommunalpolitiker darauf verständigt, dass sie dem Vorschlag ihren Segen auf den Weg in den Stadtrat geben. Zum einen werden kaum alle Mitglieder der Feuerwehr das Angebot in Anspruch nehmen, müssen sie doch selbst auch einen Anteil tragen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit für die Stadt, in finanzieller Not die Zuschüsse auszusetzen. So etwas würde von der Versicherung zugelassen.