Stendal. " Als unser Besuch aus Rumänien kürzlich durch unser Kaufhaus ging und in der Tierabteilung das Futter sah, verließ er mit Tränen in den Augen die Einkaufsstätte. Als Grund nannte er, dass dieses Tierfutter besser sei, als oftmals das Nahrungsangebot in seiner Heimat ", erzählte Herbert Bartels am Montagnachmittag den Strickfrauen in der Alten Schule in Borstel.

Fotos aus Rumänien, die seine Frau Edith mitgebracht hatte, unterstrichen, in welchen ärmlichen Verhältnissen dort die meisten Leute leben. Diese Tatsache ist es auch, die das Ehepaar bewegt, Spendengüter mehrmals im Jahr nach Rumänien zu fahren. " Die genaue Anzahl der Fahrten weiß ich nicht, aber im Laufe der Jahre sind bestimmt über 50 zusammengekommen ", meinte Edith Bartels.

Zu den vielen Spendern und Helfern gehören seit dem Jahr 2004 auch die Strickfrauen aus Borstel, unterstützt von Gleichgesinnten aus Tangermünde, Genthin und anderen Städten. In ihrer Freizeit bewegen sie kräftig die Nadeln, um aus gespendeten Wollresten farbenfrohe und wärmende Kleidungsstücke wie Jacken, Mützen, Strümpfe und Babysachen zu stricken, die in Rumänien sehr geschätzt werden.

Am Montag wurden auf den Tischen in Borstel 500 Kleidungsstücke für alle Altersgruppen präsentiert, die die Strickfrauen in den vergangenen Wochen gestrickt haben. Hinzu kam noch ein großer Berg von Säcken und Kartons, der ständig größer wurde, weil immer wieder Spender vorbeikamen, die für diese Aktion Spielzeug, Bettzeug, Schuhe und Haushaltsgeräte spendeten. Diese große Spendenmenge veranlasste das Ehepaar Bartels, zweimal die Fahrt zum Basislager bei Gardelegen durchzuführen. Wenn alle Spenden aus dem Landkreis Stendal, Salzwedel und darüber hinaus erfasst sind, wird der Konvoi im November in Richtung Rumänien aufbrechen, wo Edith und Herbert Bartels und ihre Helfer dafür sorgen, dass die Spenden auch die Bedürftigen erreichen