Mit 100 000 Euro Mehrkosten rechnet die Stadt bei der Sanierung der Turnhalle an der Erich-Weinert-Straße. Das Geld soll jetzt aus der energetischen Erneuerung der Kindertagesstätte " Märchenland " ins Budget der Turnhalle umgeleitet werden. Das Geld dort ist aus demographischen Gründen offensichtlich übrig.

Stendal. Saniert wird derzeit die Turnhalle an der Erich-Weinert-Straße in Stendal-Stadtsee. Ursprünglich sollte die Instandsetzung des Gebäudes auf neuestem Stand der energetischen Sparsamkeit 400 000 Euro kosten – zwei Drittel als Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt und durch den Bund, ein Drittel aus der Stadtkasse. Jetzt aber rechnet die Stadtverwaltung mit einem satten Kostenzuwachs von 20 Prozent, 100 000 Euro also.

Wie bei einer Sitzung des Finanzausschusses des Stadtrats zu erfahren war, hat diese Verteuerung nicht zuletzt mit dem Konjunkturpaket II zu tun. Denn dass die Baufirmen ihre Dienste nicht mehr so preiswert anbieten, wie die Planer in ihren ursprünglichen Überlegungen vorausgesetzt hatten, sei ein eindeutiges Zeichen : Offensichtlich haben viele Firmen derzeit genügend Aufträge, so dass sie nicht mit niedrigen Preisen um jeden Zuschlag kämpfen müssen, hieß es im Finanzausschuss.

Um das frische Turnhallen-Finanzloch im ohnehin klammen städtischen Haushalt zu schließen und dennoch weiter zu sanieren, haben die Stadträte zweier Ausschüsse bereits dem Verwaltungsvorschlag zugestimmt : Finanzausschuss und Stadtentwicklungsausschuss haben abgeknickt, dass Gelder, die für die Instandsetzung der Kindertagesstätte Märchenland nicht gebraucht worden sind, jetzt in das Turnhallen-Projekt fließen sollen. Bei dieser Summe handelt es sich nämlich um einen Betrag von 100 000 Euro – ebenfalls ein Drittel Stadt, zwei Drittel Bund und Land – in Höhe eben jener 20-Prozent-Lücke also.

Das Geld im " Märchenland " – bisher waren 300 000 Euro für die energetische Sanierung vorgesehen – ist übrig, da die demographische Entwicklung die Sanierungspläne der Stadt eingeholt hat : Ursprünglich sollten dort Dach und Fassade komplett instand gesetzt werden. Da aber wegen der sinkenden Kinderzahlen in Stendal und Umgebung ab 2015 derzeit eine Schließung des nördlichen Gebäudetrakts im " Kinderstättenentwicklungsplan " steht, ist dort eine hochmoderne Sanierung nicht mehr nötig. Dass allerdings ungeachtet dessen, dass auch ein ungenutztes Gebäude instand gehalten und gesichert werden muss, so es denn nicht abgerissen werden soll.

Die Kostensteigerung bei der Turnhalle ist insbesondere bei den erweiterten Rohbau-Arbeiten und beim Ausbau sichtbar geworden. Mehrkosten fallen nicht nur wegen der allgemeinen Preissteigerung an, sondern auch für ein anderes Heizungssystem mit Deckenstrahlern, für den bautechnischen Brandschutz und für die Wärmdämmung unter der Hallendecke mit Blick auf veränderte statische Anforderungen.