Von Reinhard Opitz

Stendal. Das war ihnen bisher nicht vergönnt : In Schwärmen flattern die Wellensittiche durch ihre nagelneue Voliere im Tiergarten. Ihre soeben errungene Freiheit misst 17 mal 10 Meter in der Fläche und 5 Meter in der Höhe. Gestern wurde diese neueste Anlage im Tiergarten mit vielen lobenden Worten eingeweiht.

Eine derart großzügige moderne Anlage erwarte man eher in großen Zoos wie Berlin, Hamburg oder Leipzig, freute sich Dr. Uwe Donner, Vorsitzender des Tiergartenfördervereins, der das neue Vogelhaus mit seiner weit geschwungenen Außenanlage auf den Weg gebracht hatte. Die von einem Stendaler Architekturbüro kostenlos projektierte Stahl- und Holzkonstruktion hat einen Wert von 128 000 Euro. Geldspenden und Fördermittel, darunter

uro von Lotto -Toto, von einer Zeitarbeitsfi rma unentgeltlich abgestellte Mitarbeiter und nicht zuletzt der Einsatz der Tiergartenmitarbeiter und der Mitglieder des Fördervereins hatten das aufwändige Projekt ermöglicht. Stendals stellvertretender Oberbürgermeister Axel Kleefeldt hatte also allen Grund, das bürgerschaftliche Engagement zu loben. Deshalb mache er sich trotz der Krise keine großen Sorgen um den städtischen Tiergarten, sagte Kleefeldt.

Von einem wettergeschützten Gang aus können die Besucher ab sofort das große Flattern im Freigehege beobachten. Unter der großen Stahlkonstruktion tummeln sich etwa 70 Wellen- und 25 Nymphensittiche, andere Sitticharten sowie einige Goldfasane und Wachteln. Nach den Jahren der Enge und Bedrängnis in der alten Anlage scheinen sie die neue Freiheit sichtlich zu genießen.

Im Zuge des Neubaus haben auch die Papageien eine neue, größere Voliere bekommen. Neuerdings ist auch der Innenbereich für Besucher einsehbar. Eine Quarantäne-Box ist der neuen Anlage direkt angeschlossen. Hier werden gefi ederte Neuzugänge auf Krankheiten und Parasiten untersucht, bevor sie ins Vogelhaus gelassen werden.

Mit dem Bau der neuen Voliere war im Herbst vergangenen Jahres nach dem Abriss des maroden Vorgängerbaus begonnen worden. Die Bauzeit mussten die Vögel zum Teil in Käfi gen überstehen, wo sie mit UV-Licht bei Laune gehalten wurden.